Der Gouverneur der Kroatischen Nationalbank, Boris Vujčić, zählt zu den sechs Bewerbern für das Amt des Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB). Er bewirbt sich um die Nachfolge von Luis de Guindos, dessen Amtszeit im Mai 2026 endet.
12:57 / 10.01.2026.
Autor: Antunela Rajič
Autor:
Antunela Rajič
Veröffentlicht:
10. Januar 2026, 12:57
Der Gouverneur der Kroatischen Nationalbank, Boris Vujčić, zählt zu den sechs Bewerbern für das Amt des Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB). Er bewirbt sich um die Nachfolge von Luis de Guindos, dessen Amtszeit im Mai 2026 endet.
Mit Ablauf der Bewerbungsfrist steht fest, dass sich neben Vujčić fünf weitere hochrangige Vertreter aus Politik und Zentralbankwesen um den Posten bewerben: Mario Centeno (Portugal), Mārtiņš Kazāks (Lettland), Madis Müller (Estland), Olli Rehn (Finnland) und Rimantas Šadžius (Litauen).
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem portugiesischen Kandidaten Mario Centeno, dessen Nominierung vom Finanzministerium in Lissabon offiziell bestätigt wurde. Centeno stand von 2020 bis 2025 an der Spitze der portugiesischen Zentralbank und war zuvor Präsident der Eurogruppe, des Gremiums der Finanzminister der Eurozone. Im EZB-Rat trat Centeno mehrfach für eine lockerere Geldpolitik ein und sprach sich für tiefere Leitzinsen aus, um die wirtschaftliche Dynamik im Euroraum zu stützen.
Die Eurogruppe wird die Kandidaturen an ihrer Sitzung vom 19. Januar erörtern. Anschliessend soll mit verstärkter qualifizierter Mehrheit eine Empfehlung an den Europäischen Rat abgegeben werden. Dafür ist die Zustimmung von mindestens 16 der 21 Euroländer erforderlich, die zusammen 65 Prozent der Bevölkerung der Eurozone repräsentieren. Vor der endgültigen Entscheidung müssen zudem Konsultationen mit der EZB selbst sowie mit dem Europäischen Parlament erfolgen.
Das Direktorium der EZB besteht aus der Präsidentin, dem Vizepräsidenten und vier weiteren Mitgliedern. Die Ernennung erfolgt durch den Europäischen Rat für eine einmalige Amtszeit von acht Jahren. Voraussetzung sind die Staatsangehörigkeit eines Eurozonenstaates sowie hohes fachliches Ansehen und ausgewiesene Erfahrung im Geld- oder Bankwesen.
Mit der Kandidatur von Boris Vujčić ist Kroatien erstmals ernsthaft im Rennen um eine der wichtigsten Führungsfunktionen innerhalb der europäischen Geldpolitik vertreten.
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