Die Vertretung der Europäischen Kommission in Kroatien hat die Konferenz „Pakt für den Mittelmeerraum – Partnerschaften für eine Welt im Wandel“ organisiert. Ziel des Pakts ist es, die Zusammenarbeit und wirtschaftliche Vernetzung der Mittelmeerstaaten zu vertiefen und damit langfristig Stabilität und Wohlstand in der gesamten Region zu fördern.
Für das kroatische Fernsehen erklärte Ante Kolanović, die strategische Bedeutung des Pakts liege vor allem darin, die Europäische Union enger mit der südlichen Mittelmeerregion zu verbinden. Davon sollen langfristig alle Menschen profitieren, die in diesem Raum leben.
Drei thematische Säulen
Die Konferenz war in drei Panels gegliedert, die zugleich die drei zentralen Säulen des Pakts widerspiegeln. Im ersten Panel stand das Thema Migration im Mittelpunkt, ein Bereich, der auch für Kroatien zunehmend an Bedeutung gewinnt. Der zweite Schwerpunkt befasste sich mit einer anwendungsorientierten und integrierten Wirtschaft, während sich der dritte – und laut Kolanović wichtigste – Themenblock mit den menschlichen Kreativressourcen beschäftigte, auf die bei künftigen Projekten aufgebaut werden soll.
Am begleitenden Ministertreffen nahmen unter anderem Gordan Grlić Radman sowie Nina Obuljen Koržinek teil. Ebenfalls anwesend war der Generalsekretär der Union für den Mittelmeerraum, Nasser Kamel.
Die Konferenz wurde im Namen der Europäischen Kommission von Dubravka Šuica eröffnet, die das strategische Gewicht des Pakts hervorhob.
Menschen, Wirtschaft und Sicherheit
Šuica betonte, dass der Pakt auf drei grundlegenden Säulen beruhe: Menschen und Kompetenzen, Wirtschaft und Energie sowie Migration, Sicherheit, Migrationsmanagement und Resilienz. Gerade dieser ganzheitliche Ansatz mache den Pakt besonders relevant für die Zukunft der Region.
Aufruf an kroatische Unternehmen
Im Zusammenhang mit Energiefragen und der Abkehr von russischen Energieträgern verwies Šuica auf das große Potenzial neuer Energiequellen in der südlichen Nachbarschaft Europas. Sie rief kroatische und europäische Unternehmen dazu auf, verstärkt in diese Regionen zu investieren. Solche Investitionen stärkten die lokalen Volkswirtschaften, schafften Arbeitsplätze für junge Menschen und wirkten sich positiv auf die demografische Entwicklung aus. Gleichzeitig würden damit zentrale Ursachen von Migration direkt adressiert.
Darüber hinaus lud die EU-Kommissarin Kroatien ein, sich am Projekt „Medusa“ zu beteiligen – einem Unterwasser-Glasfaserkabel, das Nordafrika mit Europa verbindet. Dieses Vorhaben bezeichnete sie als eine wesentliche Voraussetzung für das Wachstum der digitalen Wirtschaft im Mittelmeerraum.