Der Beitritt Kroatiens zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird einen weiteren Impuls für das Wachstum der kroatischen Wirtschaft geben, die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und die Wahrnehmung des Landes auf der globalen Investitionslandkarte stärken. Dies wurde auf der Konferenz „Kroatien und die OECD: Wirtschaftsausblick 2026“ hervorgehoben.
Die Konferenz wurde vom Außen- und Europaministerium und vom Finanzministerium organisiert und fand am Freitag im Anschluss an eine thematische Regierungssitzung statt. Bei dieser stellte der Generalsekretär der OECD, Mathias Cormann, den zweiten OECD-Wirtschaftsbericht für die Republik Kroatien vor. Dieser Bericht markiert zugleich die abschließende Phase des Beitrittsprozesses, dessen Abschluss noch in diesem Jahr erwartet wird.
Der kroatische Außen- und Europaminister Gordan Grlić Radman, zugleich Chefunterhändler für den OECD-Beitritt, erklärte, die Organisation habe die starken Ergebnisse der kroatischen Wirtschaft sowie die zahlreichen von der Regierung umgesetzten Reformen anerkannt. Kroatien befinde sich auf der Zielgeraden zur Vollmitgliedschaft, wobei der technische Teil des Beitrittsverfahrens nahezu abgeschlossen sei.
Mit der OECD-Mitgliedschaft verbinden sich auch Erwartungen an bessere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen zur Steigerung des Lebensstandards. Vertreter der Wirtschaft gehen davon aus, dass Kroatien im Zuge des Beitritts weitere Reformen umsetzen wird, die die Produktivität erhöhen.
Zugleich wurde betont, dass es notwendig sei, das bisherige Wachstumsmodell zu verändern, das in den vergangenen Jahren stark von öffentlichen Investitionen und EU-Fonds getragen war. Um das Wirtschaftswachstum nachhaltig fortzusetzen, müsse der Anteil privater Investitionen steigen. Dafür müsse der private Sektor effizienter und wettbewerbsfähiger werden sowie höhere Gewinnmargen erzielen, um in neue Technologien, Digitalisierung und Innovation investieren zu können.
Auch OECD-Generalsekretär Mathias Cormann unterstrich, dass Kroatien im Beitrittsprozess „fantastische Fortschritte“ gemacht habe und sich beim Einkommen und Lebensstandard dem Durchschnitt der OECD-Länder deutlich angenähert habe. Der Beitrittsprozess habe positive Effekte auf die Umsetzung von Reformen gehabt, so Cormann, betonte jedoch zugleich, dass Reformen weiterhin notwendig seien, um die wirtschaftliche Konvergenz nachhaltig fortzusetzen.