Die Stimme Kroatiens

09:19 / 03.02.2026.

Autor: Antunela Rajič

Was bringt der OECD-Beitritt für Kroatien? Höhere Standards, aber auch anspruchsvolle Reformen

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Foto: 360b / Shutterstock

Kroatien steht kurz vor dem Beitritt zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Laut Zdenko Lucić, Staatssekretär im kroatischen Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten, lobte der OECD-Generalsekretär Mathias Cormann den Fortschritt Kroatiens im Beitrittsprozess und die Umsetzung notwendiger Reformen durch die Regierung.


"Cormann hat die starke wirtschaftliche Entwicklung Kroatiens gewürdigt und alles bisher Erreichte im Rahmen des ersten Wirtschaftsreviews sowie die Bedingungen für den OECD-Beitritt gelobt. Gleichzeitig wurden Themen identifiziert, an denen noch gearbeitet werden muss", sagte Lucić.


Kroatien wird im Beitrittsprozess durch 25 Komitees und 26 Unterkomitees bewertet. Bisher wurden 20 der 25 Komitees und 25 der 26 Unterkomitees abgeschlossen. "Wir planen, die restlichen Komitees noch in diesem Jahr abzuschliessen und OECD-Mitglied zu werden", betonte Lucić.


Irena Weber, Geschäftsführerin des kroatischen Arbeitgeberverbands, stellte fest, dass der zweite OECD-Review genau die Punkte aufzeigte, auf die Arbeitgeber schon länger hinweisen: eine übermässig expansive Fiskalpolitik, geringe Produktivität kroatischer Unternehmen (nur zwei Drittel der EU-Durchschnittsleistung), eine überbordende öffentliche Verwaltung und die Notwendigkeit, vom Staatsinterventionismus wegzukommen.


"Der OECD-Beitritt wird die Qualität der Unternehmensführung deutlich erhöhen", sagte Weber.


Auch der sozialdemokratische Politiker Boris Lalovac unterstützt den Beitritt: "OECD fördert den freien Handel und baut Handelsbarrieren ab. Für uns als kleine Volkswirtschaft ist die Anwendung der Best Practices entscheidend."


Weber ergänzt: "Die beste Praxis in der Unternehmensführung bedeutet, dass der private Sektor Wachstum schafft und eine Plattform für langfristig nachhaltiges Wachstum bietet. Der OECD-Beitritt liefert dafür die Leitlinien, die wir dringend brauchen."


Lalovac betont, dass die Wirtschaft heute rasch von globalen Entwicklungen wie Künstlicher Intelligenz, neuen Steuerungsmodellen und Handelsänderungen beeinflusst wird. Kroatien müsse sich auf produktivere Sektoren konzentrieren und nicht auf niedrig akkumulative Tätigkeiten.


Lucić weist auf die steuerlichen Reformen der Regierung hin, die insbesondere die Steuerbelastung für Unternehmen und Löhne senken sollen. Ziel sei es, Investitionen in Produkte mit hohem Mehrwert zu fördern, Forschung und Entwicklung zu unterstützen und dadurch die Produktivität und die Löhne zu steigern.


Auf die Idee einer Verkürzung der Arbeitswoche angesprochen, erklärt Weber, dass dies bei der aktuell niedrigen Produktivität (unter 30 % des EU-Durchschnitts) nicht möglich sei. Zudem sind die Löhne im öffentlichen Sektor derzeit um etwa 30 % höher als im privaten Sektor – eine Situation, die Weber als problematisch bezeichnet.

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