Kroatien hat am Sonntag die Aussagen des Bürgermeisters von Banja Luka, Draško Stanivuković, scharf verurteilt. Dieser hatte sich kürzlich während eines Aufenthalts in Gračac in Kroatien dahingehend geäussert, dass Gebiete, die in den 1990er-Jahren während des Krieges von aufständischen kroatischen Serben kontrolliert wurden, auch heute noch «ihnen gehören» würden.
Stanivuković nahm in Gračac an den Feierlichkeiten zum Tag des Heiligen Sava teil und erklärte dabei, man dürfe die sogenannte «Republik Srpska Krajina» nicht vergessen und fügte hinzu, «dieses Land gehöre uns».
Das kroatische (MVEP) bezeichnete diese Aussagen als inakzeptabel. Von allen Gästen in Kroatien werde erwartet, dass sie die Souveränität und territoriale Integrität des Landes respektieren, teilte das Ministerium mit.
Weiter heisst es, Stanivukovićs Aussagen stellten den Unabhängigkeitskrieg sowie die legitimen militärisch-polizeilichen Operationen Bljesak und Oluja infrage, mit denen die terroristische Parastruktur der sogenannten Republik Srpska Krajina zerschlagen worden sei. Solche Äusserungen seien «absolut inakzeptabel» und trügen nicht zu guten nachbarschaftlichen Beziehungen bei.
Vom Sitz des Ministeriums am Zrinjevac wurde zudem betont, dass historische Ereignisse nicht verfälscht werden dürften, einschliesslich der Befreiungsaktionen Bljesak und Oluja, durch welche die zuvor von aufständischen kroatischen Serben kontrollierten Gebiete befreit wurden.
Abschliessend unterstrich das Ministerium, dass alle nationalen Minderheiten in Kroatien, einschliesslich der serbischen Minderheit, sicher leben und verfassungsmässig garantierte Rechte und Freiheiten geniessen. Dasselbe erwarte Kroatien auch für die kroatische Bevölkerung im Raum Banja Luka sowie in der gesamten Republika Srpska.