Die Stimme Kroatiens

15:15 / 04.01.2026.

Autor: Natali Tabak Gregorić

Borić: Wenn es in Venezuela geht, warum sollte es nicht auch woanders gehen?

Gabriel Borić Font
Gabriel Borić Font
Foto: Familie Borić / Archivbild

Der chilenische Präsident kroatischer Herkunft, Gabriel Borić, hat den US-Angriff auf Venezuela und die Ankündigung der direkten Übernahme der Kontrolle über das Territorium dieses südamerikanischen Landes scharf verurteilt.

Die Achtung der Souveränität und territorialen Integrität von Staaten ist eine rote Linie, die unter keinen Umständen überschritten werden darf. „Heute ist es Venezuela, morgen könnte es jedes andere Land sein“, sagte er im Präsidentenpalast La Moneda in Santiago de Chile.


Borić, ein Präsident kroatischer Abstammung, war einer der schärfsten Kritiker des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro.


Souveränität sei keine bloße Formalität, sondern eine unerlässliche Garantie, die Länder vor äußeren Einflüssen und dem Recht des Stärkeren schütze, sagte er.


Borićs Pressekonferenz fand wenige Minuten nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump statt, dass seine Regierung Venezuela während einer Übergangszeit regieren und US-Unternehmen zur Ölförderung ins Land kommen würden.


Die Drohung mit einseitiger externer Kontrolle über seine natürlichen oder strategischen Ressourcen stellt eine schwere Verletzung des Prinzips der territorialen Integrität dar und bedroht die Sicherheit, Souveränität und Stabilität aller Staaten in der Region. „Wenn sie es dort tun können, warum nicht auch anderswo?“, fragte Borić.


Er ist der Ansicht, dass die Aggression gegen Venezuela „Teil eines alarmierenden geopolitischen Kontextes ist, in dem Gewalt zunehmend Regeln als Mechanismus zur Lösung internationaler Konflikte ersetzt.“


„Die Normalisierung dieser Logik verstößt gegen das multilaterale System, schwächt die Demokratie weltweit und setzt alle Länder, insbesondere jene mit relativ geringerer Macht, einseitigen, durch Militärgewalt erzwungenen Entscheidungen aus“, fügte der Präsident hinzu.


Borić rief die Vereinten Nationen zu einem „aktiven und sofortigen Eingreifen“ in der Krise auf und erklärte, seine Regierung überwache die chilenischen Grenzen „in Erwartung eines möglichen Anstiegs der Migrationsströme von Venezuela nach Chile“.


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