Die Stimme Kroatiens

18:02 / 15.02.2026.

Autor: M.P.

Neue Regeln für private Vermieter in Kroatien 2026: Was sich jetzt ändert

Upravljanje zgradama
Upravljanje zgradama
Foto: Matija Habljak / PIXSELL

Private Vermieter in Kroatien stehen in diesem Jahr vor einer Reihe neuer Verpflichtungen und Vorschriften. Ziel der Maßnahmen ist es vor allem, illegale Vermietungen einzudämmen, mehr Transparenz zu schaffen und den kurzfristigen Tourismus in Wohngebäuden stärker zu regulieren. Viele Vermieter sind jedoch verunsichert, da noch zahlreiche praktische Fragen offen sind.

Zustimmung von zwei Dritteln der Nachbarn


Wer künftig eine Wohnung in einem Mehrparteienhaus touristisch vermieten möchte, benötigt die Zustimmung von zwei Dritteln der anderen Eigentümer bzw. Bewohner. Mit dieser Regel soll der kurzfristige Tourismus in Wohngebäuden eingeschränkt werden.


Ursprünglich hieß es, die Vorschrift werde nicht rückwirkend gelten. Inzwischen ist jedoch klar: Auch Vermieter, die bereits seit Jahren eine gültige Kategorisierung besitzen, müssen die Zustimmung nachträglich einholen. Dafür gilt eine Übergangsfrist von fünf Jahren.


Viele Betroffene wissen noch nicht genau, wie die Zustimmung formal aussehen soll oder ob es dafür ein einheitliches Formular geben wird. Laut Nino Dubretić von der Agentur Direct Booker gebe es noch viel Klärungsbedarf bei der Kommunikation mit Behörden und Genehmigungsstellen.


Neue Registrierungsnummer für jede Unterkunftseinheit


Eine weitere wichtige Neuerung ist die verpflichtende Registrierungsnummer für jede einzelne Unterkunftseinheit auf Vermietungsplattformen. Damit sollen illegale Angebote leichter identifiziert werden.


Nach Angaben von Barbara Marković, Präsidentin der Hrvatska udruga obiteljskog smještaja, sind Plattformen verpflichtet, Anbieter ohne gültige Nummer zu melden. Die Branche fordert zudem höhere Strafen, um Schwarzvermietung wirksamer zu bekämpfen.


Zweifel an der Wirksamkeit gegen Schwarzvermietung


Viele Vermieter bezweifeln jedoch, dass die neue Nummer das Problem vollständig lösen wird. Hana Matić von der Initiative „Spasimo male obiteljske iznajmljivače“ weist darauf hin, dass besonders Wohnungen in ausländischem Besitz häufig über soziale Netzwerke, Kleinanzeigen oder persönliche Kontakte vermietet werden — außerhalb großer Plattformen und damit schwer kontrollierbar.


Zudem wird kritisiert, dass der staatliche Inspektorat nicht über ausreichende Kapazitäten und Befugnisse verfüge, um konsequent gegen illegale Vermietung vorzugehen.


Neue Steuerbescheide sorgen für Überraschung


Für zusätzliche Verunsicherung sorgten im Januar neue Steuerbescheide. Diese erhielten auch Personen, die ihren Wohnsitz in der Immobilie gemeldet haben, die sie vermieten. Behörden rechnen daher mit zahlreichen Anfragen und Einsprüchen.


Großer Branchenkongress soll Klarheit bringen


Um offene Fragen zu klären, organisiert die Hrvatska udruga obiteljskog smještaja im Februar einen großen Kongress in Split. Dort sollen Vermieter Antworten auf praktische und rechtliche Unsicherheiten erhalten.

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