Der kroatische Tourismusminister Tonči Glavina hat angekündigt, dass Änderungen am Handelsgesetz vorbereitet werden, die es Städten und Gemeinden ermöglichen sollen, den Ausschank und Verkauf von Alkohol in den Abendstunden eigenständig zu regulieren. Die Initiative gehe maßgeblich vom Ministarstvo turizma i sporta sowie vom Wirtschaftsministerium aus.
Am Rande der Veranstaltung Family RUN & FUN powered by SD auf der Uferpromenade in Split erklärte Glavina, die geplanten Änderungen seien „sehr logisch“ und entsprächen der strategischen Ausrichtung der kroatischen Tourismuspolitik. Ziel sei es, Destinationen mehr Handlungsspielraum zu geben, damit sie den Tourismus entsprechend ihrer Bedürfnisse steuern können.
Glavina betonte, dass es keinen nachhaltigen Tourismus ohne eine hohe Lebensqualität für die Bevölkerung gebe. Einige Destinationen – darunter Split – hätten bereits signalisiert, dass sie die neue Möglichkeit nutzen wollen, um ein besseres Gleichgewicht zwischen Tourismus und Alltag der Einwohner zu schaffen. Es gehe darum, eine „gute Symbiose“ zu erreichen, statt dass ganze Städte ausschließlich für den Tourismus leben.
Die Maßnahme soll nicht landesweit einheitlich gelten. Jede Stadt oder Gemeinde kann selbst entscheiden, ob sie zusätzliche Einschränkungen einführen möchte oder nicht. Orte, die keinen Bedarf sehen, können die aktuelle Regelung beibehalten. Gemeinden, die stärker in touristische Ströme eingreifen wollen, könnten den Verkauf alkoholischer Getränke in einem von ihnen festgelegten Zeitraum begrenzen.
Auf die Frage nach möglichen Auswirkungen auf Nachtclubs in Stadtzentren erklärte der Minister, dass ausschließlich die lokalen Behörden entscheiden, ob und in welchem Umfang eine Destination Nachtclubs haben soll.
Mit der geplanten Gesetzesänderung will die Regierung nach eigenen Angaben langfristig einen nachhaltigeren und für die Bevölkerung verträglicheren Tourismus fördern.