Die Stimme Kroatiens

20:25 / 20.09.2026.

Autor: Natali Tabak Gregorić

Treffen katholischer Familien in Aljmaš: Erzbischof Hranić fordert mehr Fürsorge für Menschen mit Behinderungen

5.Treffen katholischer Familien in Aljmaš
5.Treffen katholischer Familien in Aljmaš
Foto: Vladimir Brnardić / GH

Ein inklusives gesellschaftliches Zusammenleben entsteht erst dann, wenn wir nicht mehr nur darüber sprechen, was wir für Menschen mit Behinderungen tun können, sondern uns fragen, was wir gemeinsam mit ihnen tun können. Diese zentrale Botschaft verkündete der Erzbischof von Đakovo-Osijek Đuro Hranić, während des zentralen Gottesdienstes im kroatischen Marienwallfahrtsort Aljmaš.

Anlass war das 5. Nationale Treffen kroatischer katholischer Familien, das von der Kroatischen Bischofskonferenz (HBK) und der Erzdiözese Đakovo-Osijek organisiert wurde. Das diesjährige Treffen stand unter dem biblischen Motto: „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet!“ (Römer 12,12). Erzbischof Hranić betonte in seiner Predigt, dass die Begegnung mit Menschen mit Behinderungen die gesamte Gesellschaft bereichert und die Mitmenschen „besser und edler“ macht.


Großer Zuspruch und hochrangige Gäste


An der feierlichen Heiligen Messe im Heiligtum der „Muttergottes der Zuflucht“ nahmen rund 4.000 Gläubige aus ganz Kroatien und dem Ausland teil. Unter den Konzelebranten befand sich die gesamte Spitze der katholischen Kirche Kroatiens, darunter der Erzbischof von Zagreb und Vorsitzende der HBK, Monsignore [Dražen Kutleša], sowie der Apostolische Nuntius in Kroatien, Monsignore Leopold Girelli.


 Fortschritte spürbar, doch es bleibt viel zu tun


In seiner Ansprache zog Erzbischof Hranić eine gemischte Bilanz zur aktuellen Lage von vulnerablen Gruppen in Kroatien:


* Positive Entwicklungen: In den letzten Jahren habe das Land wichtige Schritte unternommen. Dazu gehören die Einführung des Inklusionsgeldes, die gesetzliche Regelung von persönlicher Assistenz und Schulbegleitern sowie Maßnahmen zur beruflichen Rehabilitation. Auch das Bewusstsein für die Bedeutung der Palliativmedizin sei spürbar gewachsen.


* Bestehende Defizite: Trotz des rechtlichen Fortschritts sieht der Erzbischof weiterhin großen Nachholbedarf. Zwischen den gesetzlich verankerten Rechten und der alltäglichen Lebensrealität der Betroffenen und ihrer Familien klaffe noch immer eine spürbare Lücke.


Hranić rief Kirche und Gesellschaft dazu auf, die Worte des Apostels Paulus als Ermutigung zu nutzen, um die Unterstützung im Alltag konsequent weiter auszubauen und Barrieren abzubauen.


Quelle: GH


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