Während sich die kroatischen Verteidiger auf die Verteidigung von Vukovar vorbereiteten, feierten Tausende Belgrader den Aufbruch der JNA-Panzer nach Kroatien. Das Bild von Blumen auf den gepanzerten Fahrzeugen vom 19. September 1991 bleibt tief im kollektiven Gedächtnis des kroatischen Volkes eingebrannt.
Das Bild von Blumen, die auf die Ketten der Panzerfahrzeuge der Jugoslawischen Volksarmee (JNA) geworfen wurden, aufgezeichnet am 19. September 1991, bleibt bis heute eines der schmerzhaftesten und prägendsten Motive aus dem kroatischen Heimatkrieg. An jenem Tag, als sich die kroatischen Verteidiger in tiefer Ungewissheit auf die Verteidigung von Vukovar vorbereiteten, fand in der damaligen Bundeshauptstadt eine feierliche Verabschiedung jener Militärmaschinerie statt, die die Stadt an der Donau bald dem Erdboden gleichmachen sollte.
Es war der Moment, in dem die Masken endgültig fielen. Die Panzer brachen in Richtung der Stadt auf, die schon bald zum Symbol des kroatischen Widerstands, des Leidens, aber auch des endgültigen Triumphs des menschlichen Mutes über die bloße Gewalt werden sollte.
Der Höhepunkt der Kriegspropaganda auf Belgrads Straßen
An diesem Tag ereignete sich in Belgrad das historisch dokumentierte „Werfen von Blumen vor die Panzer“ beim Ausrücken der Ersten Motorisierten Gardedivision der JNA – besser bekannt als die europäische Elite-Division Titos. Tausende Bürger strömten auf die Straßen, um den militärischen Feldzug gegen Kroatien lautstark zu unterstützen.
Dieser Akt war kein isolierter Vorfall, sondern die direkte Folge einer jahrelangen, systematischen Kriegstreiberei. Seit 1987 und dem Machtantritt von Slobodan Milošević beteiligten sich die Bürger Belgrads massenhaft an den sogenannten „Antibürokratischen Revolutionen“ und Kundgebungen. Auf diesen Treffen wurde die öffentliche Meinung aggressiv geformt und der Boden für eine blutige Aggression bereitet, mit dem klaren Ziel, die Idee eines Großserbiens zu verwirklichen.
Doch was in Belgrad als schneller Siegesmarsch gefeiert wurde, verwandelte sich im Osten Kroatiens in eine massive militärische Niederlage für den Angreifer.
Der Zusammenbruch der Panzerelite in Vukovar
In Vukovar wurden die Belgrader Panzer von etwas empfangen, womit der Angreifer trotz seiner enormen technologischen Übermacht nicht gerechnet hatte – dem beispiellosen Mut und Trotz der Verteidiger von Vukovar.
Obwohl die JNA zu diesem Zeitpunkt über eine der modernsten und elitärsten Panzereinheiten Europas verfügte, gelang den schlecht bewaffneten kroatischen Helden das Unmögliche. In monatelangen, erbitterten Kämpfen fügten sie dem Angreifer katastrophale Verluste an Menschen und Material zu. Die Trpinjska-Straße erlangte dadurch zu Recht den historischen Namen „Panzerfriedhof“. Die kroatischen Verteidiger zerschlugen die sogenannte Elite-Division Titos vollständig.
Eine bleibende Wunde im kollektiven Gedächtnis
Der Preis für diese heroische Verteidigung war schrecklich. Vukovar wurde in den folgenden Wochen rücksichtslos bis auf die Grundmauern zerstört, Tausende Kroaten wurden ermordet, in Lagern gefoltert oder aus ihrer Heimat vertrieben.
Dennoch sind sich Militärstrategen einig: Durch die Zerschlagung der feindlichen Panzerelite genau an der Front von Vukovar wurde die Speerspitze des Angreifers gebrochen. Dies kaufte Kroatien wertvolle Zeit für die eigene Bewaffnung und die spätere erfolgreiche Verteidigung des restlichen Staatsgebiets.
Die Bilder von Blumen, Gesängen und dem Jubel, mit dem die tödlichen Maschinen in Belgrad verabschiedet wurden, bleiben fest im kollektiven Gedächtnis des kroatischen Volkes verankert. Sie sind nicht nur ein historisches Faktum, sondern auch eine dauerhafte Mahnung darüber, wie leicht eine verblendete Masse den Beginn eines schrecklichen Verbrechens feiern kann.
Autor: TV Kalendar/I.Z./Glas Hrvatske