Die Stimme Kroatiens

23:48 / 09.08.2026.

Autor: Tonči Petrić

Zugunglück in Kroatien: Ermittlungen laufen weiter

Zugunglück bei Bjelovar
Train collission
Foto: Damir Spehar / Pixsell

Nach dem schweren Zusammenstoß eines Personen- und eines Güterzuges bei Križevci soll am Sonntag mit der Bergung der noch an der Unfallstelle befindlichen Züge begonnen werden. Anschließend können die Reparaturarbeiten an der Bahnstrecke zwischen Sveti Ivan Žabno und Gradec aufgenommen werden.

Die Sprecherin des kroatischen Eisenbahninfrastrukturunternehmens HŽ Infrastruktura, Željka Miša, erklärte, die Einsatzkräfte hätten die gesamte Nacht über an der Räumung der Unfallstelle gearbeitet. Die Waggons des Güterzuges seien inzwischen vollständig entfernt worden. An der Unfallstelle befinden sich demnach noch die Lokomotive des Güterzuges sowie der batterieelektrische Triebzug des Personenverkehrs.


Gerade die Bergung des Personenzuges gestaltet sich aufgrund seines Batteriesystems technisch anspruchsvoll. Dafür wird die Unterstützung eines Expertenteams des kroatischen Unternehmens Končar benötigt. Nach Angaben von HŽ Infrastruktura sollten beide Züge im Laufe des Sonntags von der Unfallstelle entfernt werden. Erst danach können die eigentlichen Reparaturarbeiten an der Bahnstrecke beginnen.


Bei dem Unfall waren am Samstag insgesamt 25 Menschen verletzt worden. Unter den Verletzten befinden sich auch die beiden Lokführer sowie ein Zugbegleiter. Der Zusammenstoß ereignete sich gegen 10 Uhr auf der Strecke zwischen Sveti Ivan Žabno und Gradec, in der Nähe des Ortes Škrinjar.


Ursache weiterhin unklar


Die Ermittlungen an der Unfallstelle wurden vom stellvertretenden kommunalen Staatsanwalt in Bjelovar geleitet. Polizei und weitere zuständige Einsatzkräfte unterstützten die Untersuchung. Die Ermittler versuchen derzeit, den genauen Ablauf des Unfalls zu rekonstruieren und die Ursache der Kollision zu klären.


Offiziell steht die Unfallursache weiterhin nicht fest. Nach inoffiziellen Informationen wird allerdings auch ein menschlicher Fehler als mögliche Ursache untersucht. Dabei soll unter anderem die Berufserfahrung des Zugbegleiters des Güterzuges eine Rolle spielen.


Nenad Mrgan, der Präsident der kroatischen Gewerkschaft der Lokführer, erklärte, derzeit würden sämtliche Umstände des Unfalls untersucht. Auch ein möglicher Mangel an Erfahrung könne dabei nicht ausgeschlossen werden.


„Hätte dieser Unfall verhindert werden können? Was war die Hauptursache? Sicherlich hat auch die mangelnde Erfahrung eine Rolle gespielt“, sagte Mrgan.


Nach seinen Angaben ist der betreffende Zugbegleiter erst seit rund einem Jahr in diesem Beruf tätig. Nach dem Unfall befinde er sich weiterhin unter dem Eindruck des Geschehens und erhole sich von dem Schock.


Mrgan kritisierte zudem die Dauer der praktischen Ausbildung junger Zugbegleiter. Eine fünfmonatige praktische Ausbildung sei seiner Einschätzung nach möglicherweise zu kurz, um die komplexen Anforderungen beim Umgang mit schweren Zügen und den damit verbundenen betrieblichen Abläufen vollständig zu beherrschen.


Ob tatsächlich ein menschlicher Fehler, technische Probleme oder andere Faktoren zu dem Zusammenstoß geführt haben, ist bislang nicht geklärt. Die Ermittlungen dauern an. Erst nach Abschluss der Untersuchungen wird sich feststellen lassen, wie es zu der Kollision kommen konnte und ob der Unfall möglicherweise hätte verhindert werden können.


Quelle: HRT

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