Die Feuerwehrleute in Dalmatien konnten am Sonntag nach drei Tagen intensiver Brandbekämpfung entlang der dalmatinischen Küste endlich eine wohlverdiente Pause einlegen. Nach zwei äußerst schwierigen und schlaflosen Nächten kehrt in Omiš langsam wieder Normalität ein. Das Ausmaß der Schäden durch den verheerenden Waldbrand wird jedoch weiterhin ermittelt. Die Zahl der Opfer ist wie immer zu hoch: Ein Mensch kam in den Flammen ums Leben.
Die Identität des Verstorbenen wird derzeit mithilfe einer DNA-Analyse festgestellt. Acht Menschen, die bei dem Brand schwere Verletzungen erlitten haben, befinden sich weiterhin in kritischem Zustand.
Die Polizei in der Gespanschaft Zadar hat vier Personen festgenommen, die im Verdacht stehen, Brände im weiteren Raum von Benkovac vorsätzlich gelegt zu haben. Alle vier wurden festgenommen, als sie gemeinsam in einem Auto unterwegs waren. Unbestätigten Angaben zufolge handelt es sich bei den Verdächtigen um drei Einheimische aus der Region Benkovac und einen ausländischen Staatsbürger. Die Polizei wurde nach Hinweisen aus der Bevölkerung auf die mutmaßlichen Brandstifter aufmerksam. Bürger hatten verdächtiges Verhalten gemeldet.
Der kroatische Feuerwehrchef Slavko Tucaković rief die Bevölkerung dazu auf, verdächtiges Verhalten zu melden, um weitere Waldbrände zu verhindern: „Was derzeit passiert, ist nicht normal und nicht gut. Offensichtlich ist die Zusammenarbeit zwischen Bürgern, Polizei und Feuerwehr wichtig, um diese Brandstifter ausfindig zu machen und strafrechtlich zu verfolgen.“
Der Verteidigungsminister Ivan Anušić sprach während seines Besuchs in Bosnien-Herzegowina über die Idee, das Militär stärker gegen die Waldbrände an der kroatischen Küste einzusetzen.
Minister Anušić betonte, dass die kroatischen Streitkräfte von Beginn an bei der Brandbekämpfung beteiligt gewesen seien: „Die Armee war bei jedem Brand im Einsatz, bei dem auch Canadair-Löschflugzeuge eingesetzt wurden. Ich möchte die kroatische Öffentlichkeit daran erinnern, dass die Flotte der Canadair-Löschflugzeuge zur kroatischen Luftwaffe gehört und sie gemeinsam mit den Feuerwehrleuten das Rückgrat der kroatischen Brandbekämpfung bildet. Dieses Mal haben wir auf Bitten des Feuerwehrchefs Tucaković erstmals 40 Soldaten eingesetzt, die die Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten am Boden unterstützt haben.“
Der Grund für den Einsatz der Armee sei gewesen, dass der militärische Übungsplatz bei Knin von den Flammen bedroht gewesen sei. „Aber die Soldaten werden immer dann eingesetzt, wenn der Feuerwehrchef dies anfordert, also wenn Bedarf besteht. Grundsätzlich rückt die kroatische Armee jedoch nicht zur Bekämpfung von Waldbränden aus, weil die kroatischen Soldaten nicht entsprechend ausgebildet und ausgerüstet sind, um Waldbrände zu bekämpfen. Dafür sind die Feuerwehrleute zuständig.“
Minister Anušić bestätigte außerdem, dass der Brand im Dinarischen Gebirge, der den militärischen Übungsplatz bedroht hatte, inzwischen unter Kontrolle gebracht worden sei. Die Armee bleibe jedoch weiterhin in erhöhter Alarmbereitschaft.
Auch sprach sich Anušić für strengere Strafen für Brandstifter aus: „Natürlich sollten die Strafen härter sein. Bereits im vergangenen Jahr oder im Jahr zuvor, als die verheerenden Waldbrände in Brela und der umliegenden Region wüteten, haben wir über dasselbe Thema diskutiert – über die erstaunliche und unverständliche Anzahl von Bränden, die alle an einem einzigen Tag ausbrachen, genau zu dem Zeitpunkt, an dem starke Winde prognostiziert wurden. Nun haben wir heute, gestern und vorgestern genau dasselbe erlebt.“
„Eine unlogische und unglaubliche Zahl von Bränden brach aus, und am Ende hatten wir Videoaufnahmen, die zeigten, dass die Feuer absichtlich gelegt worden waren. Ja, die Strafen müssen deutlich härter ausfallen. Aber auch Überwachung und Prävention müssen verstärkt werden, insbesondere in öffentlichen Bereichen in der Nähe von Wohngebieten. Eines ist jedoch klar: Für Brandstifter benötigen wir deutlich strengere Strafen“, fordert Anušić.
Quelle: HRT