Die Stimme Kroatiens

12:23 / 15.09.2026.

Autor: Antunela Rajič

Vier Medaillen und fünf Normen: Kroatiens Paraschwimmer überzeugen in der Türkei

Emma Mečić, Dino Sinovčić, Paula Novina
Emma Mečić, Dino Sinovčić, Paula Novina
Foto: Emica Elvedji / PIXSELL

Die kroatische Nationalmannschaft im Paraschwimmen hat bei den Europameisterschaften in Kocaeli ein starkes Ergebnis erzielt. Die sieben kroatischen Athletinnen und Athleten kehren mit vier Medaillen, zehn persönlichen Rekorden und fünf erfüllten Normen für die Paralympischen Spiele 2028 in Los Angeles zurück.

An den Europameisterschaften in der Türkei nahmen rund 400 Schwimmerinnen und Schwimmer aus 38 Ländern teil. Für Kroatien gingen sieben Athletinnen und Athleten an den Start und sorgten mit ihren Leistungen für eine erfolgreiche Bilanz.  


Besonders erfolgreich war die 19-jährige Emma Mečić. Sie gewann Silber über 400 Meter Freistil in der Klasse S9 sowie Bronze über 100 Meter Rücken. Zudem erreichte sie zwei weitere vierte Plätze. 

«Ich bin stolz auf dieses Ergebnis. Ich habe eine schwierige Saison mit zwei Medaillen abgeschlossen. Diese bedeuten mir sehr viel und geben mir zusätzliche Motivation für die Zukunft», sagte Mečić. 

Für die junge Kroatin ist es bereits die dritte grosse internationale Meisterschaft in Folge mit einer Medaille über 400 Meter Freistil. Vor drei Jahren gewann sie bei den Weltmeisterschaften in Manchester Silber. Ein Jahr später folgten bei den Europameisterschaften in Portugal Gold über 400 Meter Freistil und Bronze über 100 Meter Rücken. Bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Sommer in Singapur holte sie erneut Silber über 400 Meter.


 Auch Dino Sinovčić setzte seine beeindruckende Serie fort. Der 34-jährige Schwimmer gewann in Kocaeli eine weitere Medaille und stand damit bei seinem elften grossen internationalen Wettkampf in Folge auf dem Podest. Für Sinovčić war es die fünfte Medaille bei Europameisterschaften. Hinzu kommen vier Medaillen bei Weltmeisterschaften sowie zwei paralympische Bronzemedaillen aus Tokio 2021 und Paris 2024. 

«Alle Medaillen sind mir wichtig. Hinter jeder steckt eine eigene Geschichte und jahrelange Arbeit. Ich hoffe, dass noch die eine oder andere dazukommt», sagte der aus Split stammende Athlet. Dabei war Sinovčić wegen gesundheitlicher Probleme zu Beginn des Jahres ohne grosse Erwartungen in die Türkei gereist. Erfahrung und die zahlreichen absolvierten Trainingseinheiten führten ihn jedoch erneut zu einer Medaille. 

«Ich gehöre weiterhin zur Weltspitze. Die Motivation ist da, und die gesundheitlichen Probleme liegen hinter uns. Solange ich um Medaillen kämpfen kann, werde ich hier sein», erklärte Sinovčić.

 

Eine weitere Bronzemedaille ging an Paula Novina über 200 Meter Lagen. Für sie ist es die zweite Medaille bei einem grossen internationalen Wettbewerb. Bereits vor zwei Jahren hatte Novina bei den Europameisterschaften in Portugal Bronze über 50 Meter Freistil gewonnen. In Kocaeli setzte sie sich denkbar knapp durch: Ihr Vorsprung auf die viertplatzierte Konkurrentin betrug lediglich zwei Hundertstelsekunden. 

«Diese zwei Hundertstelsekunden sind etwas, wofür man trainiert – sie passieren nicht einfach so», betonte Novina. Ihr Trainer Ivan Perzel unterstrich, dass hinter der Medaille eine lange Trainingsarbeit und eine solide sportliche Basis stehen.  


Neben den vier Medaillen sorgte die kroatische Mannschaft auch mit ihren weiteren Leistungen für Aufmerksamkeit. Insgesamt wurden zehn persönliche Rekorde aufgestellt und fünf Normen für die Paralympischen Spiele 2028 in Los Angeles erfüllt. Nationaltrainer Mirko Samardžić zeigte sich entsprechend zufrieden mit dem Abschneiden der Mannschaft. 

«Es war eine hervorragende Europameisterschaft. Neben den Medaillen haben unsere Schwimmerinnen und Schwimmer zahlreiche persönliche Rekorde aufgestellt, mehrere Normen für Los Angeles erreicht und zahlreiche Finals bestritten. Darauf können wir wirklich stolz sein», sagte Samardžić.


Auch der Präsident des Kroatischen Paralympischen Komitees, Ratko Kovačić, gratulierte den Medaillengewinnern sowie allen weiteren Mitgliedern der Nationalmannschaft, den Trainern und dem gesamten Betreuerteam. Der Präsident des Kroatischen Verbands für Paraschwimmen, Roberto Zidar, bezeichnete die Erfolge als Bestätigung der enormen Arbeit, des Verzichts, der Ausdauer und des Glaubens an die eigenen Fähigkeiten – sowohl der Athletinnen und Athleten als auch ihrer Trainer, Vereine und Fachkräfte.


Mit vier Medaillen, zehn persönlichen Rekorden und fünf Normen für Los Angeles hat Kroatiens Paraschwimm-Nationalmannschaft in Kocaeli ein starkes Zeichen gesetzt. Der Blick richtet sich bereits auf das nächste grosse Ziel: die Paralympischen Spiele 2028.

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