Am heutigen Tag, dem 10. September 1994, besuchte Papst Johannes Paul II. erstmals Kroatien. Es war der erste von insgesamt drei Besuchen des Papstes in Kroatien, mit denen er den kroatischen Gläubigen seine besondere Verbundenheit und Wertschätzung zum Ausdruck brachte.
Seine Besuche fanden in wichtigen und schwierigen Momenten der kroatischen Geschichte statt – vom Kroatienkrieg und der internationalen Anerkennung des Landes bis zur Seligsprechung von Kardinal Alojzije Stepinac.
„Ich komme als ein einfacher Pilger des Evangeliums, das Liebe, Eintracht und Frieden verkündet“, sagte Johannes Paul II. bei seinem ersten Besuch in Kroatien am 10. September 1994.
Erster Kroatienbesuch mitten im Krieg
Der Besuch von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1994 stand im Zeichen des 900. Jahrestages der Gründung des Bistums Zagreb. Er kam in ein Land, dessen Gebiet zu diesem Zeitpunkt zu rund einem Drittel von serbischen Truppen besetzt war.
Johannes Paul II. war eine wichtige Persönlichkeit, die sich für die internationale Anerkennung Kroatiens einsetzte. Während der Krieg tobte und die Zerstörungen anhielten, warnte er mit seiner großen moralischen Autorität die internationale Gemeinschaft davor, dass die bewaffnete Gewalt gegen Kroatien eine Gefahr für Europa und die Welt darstelle.
Sein Besuch war daher nicht nur ein religiöses Ereignis, sondern auch eine starke Botschaft in einer der schwierigsten Phasen der kroatischen Geschichte.
Vier Jahre später sprach er Stepinac selig
Vier Jahre später besuchte Johannes Paul II. Kroatien erneut und setzte damit seine Pilgerreise des Glaubens, der Hoffnung und des Friedens fort.
Im Nationalheiligtum der Gottesmutter von Marija Bistrica sprach er vor mehr als einer halben Million Gläubigen den Kardinal und Märtyrer Alojzije Stepinac selig.
Die Seligsprechung Stepinacs wurde als historisches Ereignis für das Leben der Kirche und für das gesamte kroatische Volk bezeichnet. Zugleich stellte sie einen wichtigen geistlichen Impuls für die Kroaten dar, die damals in ihre vom Krieg zerstörten Heimatorte zurückkehrten.
Der dritte Besuch war der längste und ereignisreichste
Der dritte Besuch Johannes Pauls II. in Kroatien war zugleich seine 100. Auslandsreise. Er war zeitlich der längste und inhaltlich umfangreichste seiner Kroatienbesuche. Anfang Juni 2003 bereiste der bereits alte und gesundheitlich geschwächte Papst praktisch das gesamte Land. Während seines Aufenthalts feierte er vier Freiluftmessen – in Osijek, Rijeka, Zadar und Dubrovnik.
Der erste Papst, der kroatischen Boden betrat
Bemerkenswert ist, dass Johannes Paul II. seine Reise im Jahr 2003 gerade in Zadar beendete. Dort war 825 Jahre zuvor Alexander III. an Land gegangen, der als erster Papst kroatischen Boden betrat.
Im März 1177 reiste Papst Alexander III. in Richtung Venedig, wo er Kaiser Friedrich Barbarossa treffen sollte. Wegen eines Sturms musste er auf der Insel Vis Schutz suchen.
Obwohl ihm dort ein feierlicher Empfang bereitet wurde, entschied er sich, weiter nach Norden zu segeln, und lief schließlich in den Hafen von Zadar ein. Dort blieb er vier Tage, bevor er seine Reise nach Venedig fortsetzte. Auf dem Weg machte er auch auf der Insel Rab Halt, wo er eine alte Kirche segnete.
Auch Papst Benedikt XVI. besuchte Kroatien
Im Juni 2011 besuchte auch Papst Benedikt XVI. Kroatien. Anlass war der erste Nationale Tag der kroatischen katholischen Familien.
Damals appellierte er an die Jugendlichen, den Schritt in die Ehe nicht zu scheuen. Gleichzeitig rief er die Kroaten dazu auf, auch der Europäischen Union mit Zuversicht zu begegnen. Kroatien, so seine Botschaft, sei politisch, kulturell und historisch längst fest in Europa verwurzelt.
Drei Päpste auf kroatischem Boden
Im Laufe seiner langen Geschichte wurde Kroatien von drei Päpsten besucht. Alle fanden unter unterschiedlichen historischen Bedingungen statt, doch jedes Mal überbrachte er eine starke Botschaft des Glaubens, des Friedens und der Unterstützung für das kroatische Volk.