Kroatien hat mit den Vereinigten Staaten Gespräche über die Beschaffung von Raketen für das HIMARS-System aufgenommen, die Ziele in einer Entfernung von mehr als 150 Kilometern treffen können. Dies erklärte Verteidigungsminister Ivan Anušić während seines Besuchs in Minnesota. Zusammen mit Raketen mit einer Reichweite von mehr als 300 Kilometern für das Chunmoo-System will Kroatien seine Raketenfähigkeiten weiter ausbauen.
«Wir sprechen derzeit über Reichweiten von 150 Kilometern und mehr und erwarten Exportgenehmigungen für Raketensysteme, die Ziele auch in grösserer Entfernung treffen können», sagte Anušić vor kroatischen Journalisten.
Kroatien verfüge bereits über Systeme mit einer Reichweite von mehr als 300 Kilometern und wolle seine Verteidigungsfähigkeiten nun gezielt weiterentwickeln.
Anušić bestätigte, dass die Gespräche über Raketen mit grösserer Reichweite während seines USA-Besuchs fortgesetzt werden. Dabei gehe es auch um das HIMARS-Raketensystem, dessen Lieferung nach Kroatien für 2028 erwartet wird.
«Wir werden während unseres Besuchs in den USA natürlich auch über das HIMARS-Raketensystem sprechen, das 2028 nach Kroatien kommt, sowie über Raketen mit einer Reichweite von mehr als 150 Kilometern», erklärte der Verteidigungsminister.
Parallel dazu setzt Kroatien auf Raketen mit einer Reichweite von mehr als 300 Kilometern für das Chunmoo-System. Damit sollen die Fähigkeiten der kroatischen Streitkräfte im Bereich der weitreichenden Raketenartillerie deutlich erweitert werden.
Anušić betonte, der Ausbau der operativen Fähigkeiten erfolge im Einklang mit den nationalen Sicherheitsbedürfnissen und den Verpflichtungen Kroatiens innerhalb der NATO.
Bis 2030 sollen die kroatischen Streitkräfte nach seinen Worten ein deutlich höheres Niveau ihrer operativen Fähigkeiten erreichen und umfassend für künftige Herausforderungen gerüstet sein.
Anušić hält sich auf Einladung der Nationalgarde von Minnesota und des Herstellers der Black-Hawk-Hubschrauber in den Vereinigten Staaten auf. Kroatien erwartet 2028 die Lieferung von acht weiteren Black-Hawk-Hubschraubern.
Während eines Besuchs in Alabama wird die kroatische Delegation zudem das Yulista Aviation Center of Excellence besichtigen. Dort erfolgt die abschliessende Ausrüstung der acht für Kroatien bestimmten Black Hawks.
Neben den Hubschraubern erwartet Kroatien auch die letzte Lieferung von Bradley-Schützenpanzern sowie die Auslieferung der HIMARS-Systeme.
«Wir erwarten acht Black Hawks, die letzte Lieferung der Bradley-Fahrzeuge und die Lieferung der HIMARS-Systeme», sagte Anušić.
Die Zusammenarbeit zwischen den kroatischen Streitkräften und der Nationalgarde von Minnesota zeige bereits konkrete Ergebnisse. Dies gelte insbesondere für die Beschaffung und Ausbildung im Zusammenhang mit den Black-Hawk-Hubschraubern und den Bradley-Fahrzeugen.
In Camp Ripley nahm Anušić an den Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen der Zusammenarbeit zwischen den kroatischen Streitkräften und der Nationalgarde von Minnesota teil.
Im Rahmen des Jubiläums wurde auch das neue Minnesota Military & Veterans Museum eröffnet. Dort wird künftig ein kroatischer Militärhelm als Symbol der langjährigen kroatisch-amerikanischen Partnerschaft ausgestellt.
Bei dem Helm handelt es sich um ein Modell amerikanischer Produktion aus dem Zweiten Weltkrieg, das später von einem kroatischen Soldaten im Kroatienkrieg getragen wurde.
«Dieser Helm hat wahrscheinlich im Zweiten Weltkrieg jemandem das Leben gerettet. Später gelangte er zu einem unserer Soldaten, weil wir zu Beginn des Kroatienkrieges kaum über Ausrüstung und Waffen verfügten. Jetzt ist er in die USA zurückgekehrt», sagte Anušić.
Der Minister und der Kommandeur der Nationalgarde von Minnesota, Generalmajor Shawn Manke, bezeichneten die Zusammenarbeit beider Seiten als ausserordentlich erfolgreich und kündigten an, die Partnerschaft weiter auszubauen.