Der kroatische Europaabgeordnete Tomislav Sokol, erklärte jüngst, dass eine kroatische Entität ein realistisches Ergebnis sei, sollte sich die bosniakische Politik weiterhin weigern, das Wahlgesetz, welches die Kroaten in Bosnien und Herzegowina marginalisiert, zu ändern.
„Langfristig hat die unitäre Politik definitiv keine Unterstützung des Westens, und wenn die Muslime nicht zu Kompromissen bereit sind und sich nicht besinnen, werden sie eine Lösung erhalten, die aus ihrer Sicht viel schlechter ist. Wenn sie nicht bereit sind, das Wahlgesetz in absehbarer Zeit zu reformieren, werden sie eines Morgens mit einer dritter Entität aufwachen“, sagte der kroatische Europaabgeordnete Tomislav Sokol in der Sendung des Radio- und Fernsehsenders HerzegBosna am Samstag.
Er betonte, dass das Hauptproblem des europäischen Weges Bosnien und Herzegowinas gerade die Wahlreform ist, ohne die es schwer ist, über den europäischen Weg zu sprechen.
„Zu Europa kann man nicht mit ungleichberechtigten konstitutiven Völkern gehören. Europa beruht auf der Gleichberechtigung seiner Mitglieder, daher ist auch die Gleichberechtigung der Völker in Bosnien und Herzegowina der Schlüssel für den erfolgreichen europäischen Weg unseres Landes“, betonte Sokol weiter.
Bereits vier Mal wurde Željko Komšić mit den Stimmen der Bosniaken zum kroatischen Mitglied des Präsidiums gewählt. Es ist zu erwarten, dass diese Praxis auch im Herbst bei den allgemeinen Wahlen fortgesetzt werden soll, da Komšićs Partei, die Demokratische Front, die Kandidatur von Slaven Kovačević, seinem Berater, für das kroatische Mitglied des Präsidiums angekündigt hat. Kovačević verlor im vergangenen Jahr vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eine Beschwerde über angebliche Diskriminierung im Wahlverfahren, in der er seine kroatische Herkunft bestritten hatte.