Das kroatische Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten (MVEP) hat am Mittwoch, dem 21. Oktober 2026, auf Medienberichte über die Festnahme mehrerer Personen in Serbien reagiert, darunter zwei Personen mit kroatischen Reisepässen. Das Ministerium bezeichnete die gegen Kroatien erhobenen Vorwürfe als unbegründet und sieht darin eine innenpolitisch motivierte Vorgehensweise der serbischen Seite.
Serbischen Medienberichten zufolge haben Sicherheitskräfte in den Regionen Novi Sad, Kraljevo und Belgrad mehrere mutmaßliche Mitglieder einer kriminellen Gruppierung festgenommen. Diese sollen geplant haben, am Tag der vorgezogenen Parlamentswahlen am Sonntag, dem 25. Oktober, Unruhen auszulösen.
Unter den Festgenommenen sollen sich zwei Personen mit kroatischen Reisepässen befinden. Ob diese zusätzlich die serbische Staatsbürgerschaft besitzen, ist bislang nicht bekannt.
Das kroatische Außenministerium erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Hina, dass die Berichterstattung Teil einer Reihe unbegründeter Anschuldigungen gegen Kroatien sei. In diesem Zusammenhang verwies das Ministerium auch auf jüngste diplomatische Protestnoten Serbiens sowie auf Kritik an kroatischen Journalisten und deren Berichterstattung.
Nach Einschätzung des Ministeriums dienen die Vorwürfe vor allem innenpolitischen Zwecken in Serbien.
Zugleich teilte das MVEP mit, dass weder das Ministerium selbst noch die kroatische Botschaft in Belgrad eine offizielle Mitteilung der zuständigen serbischen Behörden über die Festnahmen erhalten hätten. Daher lägen derzeit keine bestätigten Informationen über die genauen Umstände vor.
Einige serbische Boulevardmedien und regierungsnahe Nachrichtenportale stellten die Festnahmen als Hinweis auf eine angebliche Einmischung Kroatiens in den serbischen Wahlprozess dar.
Kroatisches Außenministerium empfiehlt Verschiebung nicht notwendiger Reisen
Angesichts der politischen Lage verwies das kroatische Außenministerium auf seine am Dienstag, dem 20. Oktober, aktualisierte Reiseempfehlung für Serbien.
Darin wird kroatischen Staatsbürgern geraten, alle nicht notwendigen Reisen nach Serbien vorerst zu verschieben und bei unvermeidbaren Aufenthalten erhöhte Vorsicht walten zu lassen.
Das Ministerium begründet diese Empfehlung insbesondere mit den bevorstehenden Parlamentswahlen am 25. Oktober 2026 sowie möglichen politischen Spannungen und Sicherheitsrisiken vor, während und nach dem Wahltag.
Eine offizielle Bestätigung der serbischen Behörden zu den konkreten Hintergründen der Festnahmen liegt dem kroatischen Außenministerium nach eigenen Angaben bislang nicht vor.