Seit 1934 engagieren sich kroatische Ordensschwestern in Argentinien für Bildung und soziale Unterstützung. Im Stadtteil Dock Sud bei Buenos Aires gründeten sie eine Schule, die bis heute besteht. In der HRT-Reportagereihe „Naši ljudi, njihova mjesta“ berichtet Matija Jerković über ihre Arbeit und über einen Priester kroatischer Abstammung, der heute Sprecher der Argentinischen Bischofskonferenz ist.
Am 30. Juli 1934 kamen die Barmherzigen Schwestern aus Zagreb auf Einladung des Franziskaners Leonard Rusković nach Argentinien. Ursprünglich sollten sie kroatische Auswanderer bei der Bewahrung ihres Glaubens unterstützen. Bald übernahmen sie jedoch auch soziale Aufgaben, halfen bei der Arbeitssuche und kümmerten sich um Kinder aus einkommensschwachen Familien.
Dock Sud war damals von Armut, unbefestigten Straßen und häufigen Überschwemmungen geprägt. Dennoch legten die Schwestern bereits im Dezember 1935 den Grundstein für eine Schule, die 1936 ihren Betrieb aufnahm.
Heute befindet sich auf dem ehemaligen Sumpfgelände ein großer Bildungskomplex mit Schule, Veranstaltungssaal und der Christkönigskirche. Eine Straße trägt den Namen der Barmherzigen Schwestern aus Zagreb und erinnert an ihr langjähriges Engagement.
Die Ordensschwestern sind weiterhin in der Bildung und Sozialarbeit tätig. Schwester Marija Samuela Vilenica unterrichtet Religion und besucht regelmäßig hilfsbedürftige Menschen.
Kroatische Wurzeln in der argentinischen Kirche
Ein weiteres Beispiel für die Verbindung zwischen Kroatien und Argentinien ist der Priester Máximo Jurčinović, Sprecher der Argentinischen Bischofskonferenz. Sein Großvater wanderte einst aus Kroatien nach Südamerika aus.
Jurčinović betont die Bedeutung seiner kroatischen Herkunft und erinnert sich positiv an seinen Besuch in Kroatien. Ursprünglich wollte er Sportjournalist werden, entschied sich jedoch für das Priestertum. Sein Interesse an den Medien führte ihn schließlich zu seiner heutigen Tätigkeit.
In der Reportage spricht Jurčinović auch über Papst Franziskus, der vor seiner Wahl zum Papst die Argentinische Bischofskonferenz leitete. Seiner Ansicht nach veränderte Franziskus insbesondere durch seine Gesten und seinen persönlichen Umgang mit Menschen die öffentliche Wahrnehmung der katholischen Kirche.
Ein Engagement über Generationen
Mehr als 90 Jahre nach ihrer Ankunft setzen die kroatischen Ordensschwestern ihre Arbeit in Argentinien fort. Während die Nachkommen der einstigen Auswanderer heute überwiegend Spanisch sprechen und fest in der argentinischen Gesellschaft verwurzelt sind, bleibt das soziale und pädagogische Engagement der Schwestern ein wichtiger Bestandteil des Stadtteils Dock Sud.
Die Reportage von Matija Jerković zeigt, wie das Wirken kroatischer Geistlicher und Ordensgemeinschaften über Generationen hinweg Spuren in Argentinien hinterlassen hat.