Von 10.810 Personen mit anerkanntem Rückkehrerstatus erzielten im vergangenen Jahr 2.607 ein Einkommen aus unselbstständiger Arbeit. Eine Rückerstattung der Einkommensteuer erhielten bislang 474 Personen.
21:33 / 28.08.2026.
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28. August 2026, 21:33
Von 10.810 Personen mit anerkanntem Rückkehrerstatus erzielten im vergangenen Jahr 2.607 ein Einkommen aus unselbstständiger Arbeit. Eine Rückerstattung der Einkommensteuer erhielten bislang 474 Personen.
Die seit Anfang 2025 geltende Steuererleichterung für Rückkehrer nach Kroatien wurde bislang nur von einem vergleichsweise kleinen Teil der Berechtigten genutzt. Das geht aus Daten der kroatischen Steuerverwaltung hervor, über die eine kroatische Tageszeitung berichtet.
Insgesamt wurde bislang 10.810 Personen der entsprechende Rückkehrerstatus zuerkannt. Davon erzielten 2.607 im Jahr 2025 ein Einkommen aus unselbstständiger Arbeit. Nach den bisher ausgewerteten Daten erhielten 474 Steuerpflichtige eine entsprechende Ermäßigung beziehungsweise Rückerstattung der Einkommensteuer.
Die Regelung richtet sich an kroatische Staatsbürger, die nach dem 1. Januar 2025 nach mindestens zwei Jahren ununterbrochenen Aufenthalts im Ausland nach Kroatien zurückgekehrt sind, sowie an kroatische Auswanderer und deren Nachkommen.
Die übrigen 8.203 registrierten Rückkehrer, die 2025 kein Einkommen aus unselbstständiger Arbeit erzielten, verlieren ihren Anspruch nicht. Sie bleiben nach Angaben der Steuerverwaltung für die Jahre 2026 bis 2029 registriert und können die Vergünstigung in Anspruch nehmen, wenn sie in diesem Zeitraum ein entsprechendes Arbeitseinkommen erzielen und die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen. Darunter können sich auch Personen befinden, die selbstständig tätig sind oder weiterhin für Unternehmen im Ausland arbeiten.
Nach Angaben des kroatischen Statistikamtes kamen 2025 insgesamt 16.843 kroatische Staatsbürger nach Kroatien beziehungsweise kehrten zurück. Gleichzeitig wanderten 13.138 kroatische Staatsbürger aus. Damit gab es erstmals seit 2013 wieder mehr Zu- beziehungsweise Rückwanderer als Auswanderer.
Die Entwicklung fällt in eine Zeit, in der sich auch die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in wichtigen Auswanderungsländern verändern. Ende 2025 lebten nach Angaben des deutschen Statistischen Bundesamtes rund 413.000 kroatische Staatsbürger in Deutschland – so wenige wie seit 2019 nicht mehr.
In den Jahren seit dem EU-Beitritt Kroatiens 2013 hatten hingegen rund 400.000 vorwiegend jüngere Menschen und Familien das Land verlassen. Untersuchungen zu den Motiven nennen vor allem niedrige Lebensstandards, hohe Lebenshaltungskosten, mangelnde berufliche Perspektiven, politische Unzufriedenheit sowie Korruption und Nepotismus als Gründe für die Auswanderung.
Der Geograf Josip Faričić von der Universität Zadar betont gegenüber der kroatischen Tageszeitung, finanzielle und administrative Anreize allein seien für eine nachhaltige Rückkehrpolitik nicht ausreichend. Entscheidend sei ein gesellschaftliches und wirtschaftliches Umfeld, das Rechtssicherheit bietet und den Menschen ein würdiges Leben sowie langfristige Perspektiven ermöglicht.
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