Die Anführer der bosnischen Serben, Milorad Dodik, behauptete am Freitag, dass ein "allgemeiner Angriff der bosniakischen Strukturen und des kollektiven Westens" begonnen habe, um die Republika Srpska abzuschaffen. Dodik behauptete auch, dass aufgrund der inneren Lage in Bosnien und Herzegowina es bis zum Ende des Jahres unmöglich sei, die Zustimmung zur Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen zu erhalten.
Milorad Dodik äußerte diese Ansichten während einer Sitzung des Parlaments der Republika Srpska in Banja Luka, die auf Antrag von Željka Cvijanović, einem Mitglied des Präsidiums von Bosnien und Herzegowina, einberufen wurde. Sie bat das Entitätsparlament um Unterstützung für ihr Veto gegen eine zuvor verabschiedete Erklärung des Präsidiums von Bosnien und Herzegowina, in der die bosniakischen und kroatischen Mitglieder Denis Bećirović und Željko Komšić Entscheidungen verurteilten, die den Dayton-Vertrag und die Verfassung von Bosnien und Herzegowina in der Republika Srpska gefährden.
Dodik nutzte diese Gelegenheit, um eine ausführliche Rede zu halten, in der er behauptete, dass eine Verschwörung gegen die Republika Srpska im Gange sei. Er forderte die Abgeordneten auf, ihm und Cvijanović einstimmige Unterstützung zu geben und bezeichnete diejenigen, die dagegen waren, als "verflucht". Die Opposition reagierte sofort und beschwwerte sich, dass er niemanden bedrohen dürfe.
Dodik erklärte seine These, dass dies eigentlich die letzte Phase eines Angriffs auf die Republika Srpska sei, der bereits in den 1990er Jahren begonnen habe. Die Situation sei schwierig, weil es den Feinden der Republika Srpska gelungen sei, diese durch "kriminelle Aktivitäten" ständig in die Defensive zu drängen.