Kroatien steht bei der Fussball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko im Sechzehntelfinal. Dort trifft die Mannschaft von Nationaltrainer Zlatko Dalić auf Portugal. Vor dem Duell rückt einmal mehr die beeindruckende Bilanz des kroatischen Trainers bei Weltmeisterschaften in den Mittelpunkt.
Seit seinem Amtsantritt hat Dalić Kroatien an zwei Weltmeisterschaften zu einer Silber- und einer Bronzemedaille geführt und den internationalen Stellenwert der Nationalmannschaft nachhaltig gestärkt. Insgesamt stand er an Weltmeisterschaften bislang 17 Mal an der Seitenlinie. Seine Bilanz kann sich sehen lassen: 12 Siege, zwei Unentschieden und lediglich drei Niederlagen. Zu den Erfolgen zählen auch vier K.-o.-Spiele, die Kroatien im Penaltyschiessen für sich entscheiden konnte.
Der kroatische Fussballexperte Robert Matteoni bezeichnet Dalićs WM-Bilanz als aussergewöhnlich. Seiner Einschätzung nach habe Kroatien unter Dalić den höchsten internationalen Stellenwert seiner Geschichte erreicht. Zwei Medaillen an aufeinanderfolgenden Weltmeisterschaften seien für ein Land mit der Grösse Kroatiens ein aussergewöhnlicher Erfolg.
Matteoni weist jedoch darauf hin, dass im Spitzenfussball viele Faktoren zusammenspielen müssen. Neben Qualität brauche es auch das notwendige Wettkampfglück. Vor dem laufenden Turnier hätten insbesondere die verletzungsbedingten Pausen von Mateo Kovačić und Joško Gvardiol Spuren hinterlassen. Beide würden jedoch zunehmend ihre Bestform erreichen, was Kroatien im weiteren Turnierverlauf zusätzlich stärken könnte.
Vor dem Achtelfinal richtet sich der Blick nun auf Portugal. Auch dort wird die Mannschaft mit hohen Erwartungen konfrontiert. Der frühere Nationalspieler Vedran Ješe sieht Portugal zwar als eines der spielstärksten Teams des Turniers, erkennt jedoch Anzeichen von Müdigkeit bei einigen Leistungsträgern. Besonders Spieler von Paris Saint-Germain hätten nach der langen Saison körperlich an Belastung zu tragen.
Auch die Rolle von Cristiano Ronaldo wird in Portugal intensiv diskutiert. Ješe glaubt, dass nicht alle Mitspieler mit seiner Rolle als Stammspieler zufrieden seien. Gleichzeitig warnt er davor, den mehrfachen Weltfussballer zu unterschätzen.
«Man weiss, wer Cristiano Ronaldo ist. Er braucht nur eine einzige Chance, um ein Spiel zu entscheiden. Trotzdem glaube ich, dass unsere Innenverteidiger gut mit ihm zurechtkommen können. Im offenen Raum wird er ihnen kaum davonlaufen, aber im Strafraum bleibt er jederzeit brandgefährlich.»
Das Duell zwischen Kroatien und Portugal verspricht damit nicht nur sportlich ein Höhepunkt zu werden. Für Zlatko Dalić bietet sich gleichzeitig die nächste Gelegenheit, seine bereits eindrucksvolle Erfolgsgeschichte an Weltmeisterschaften weiter auszubauen.