Der Einsatz von Drohnen in der Nähe von Waldbränden stellt eine zunehmende Gefahr für Löschflugzeuge und ihre Besatzungen dar. Fachleute warnen, dass bereits eine kleine Drohne einen schweren Unfall verursachen und die Brandbekämpfung erheblich beeinträchtigen kann.
Wie gross das Risiko ist, zeigt ein Vorfall in Kanada: Dort wurde ein Löschflugzeug des Typs Canadair von einer Drohne getroffen. Das Flugzeug konnte zwar sicher landen, erlitt jedoch Schäden am Flügel. Nach Angaben von Piloten hätte der Zusammenstoss auch deutlich schwerwiegendere Folgen haben können.
"Drohnen sind klein und aus dem Cockpit nur schwer zu erkennen. Durch ihre metallischen Bauteile können sie ein Flugzeug erheblich beschädigen. Im schlimmsten Fall kann sogar die Besatzung verletzt werden", erklärt Canadair-Pilot Bruno Cifrek Kolarić.
Auch Fachleute der Luftfahrt warnen vor den möglichen Folgen. Trifft eine rund fünf Kilogramm schwere Drohne ein Löschflugzeug, das mit etwa 200 Kilometern pro Stunde unterwegs ist, können Tragflächen oder Triebwerke beschädigt oder sogar die Cockpitscheibe durchschlagen werden. In einem solchen Fall wäre eine sichere Landung unter Umständen kaum noch möglich.
Sobald Pilotinnen oder Piloten über einem Brandgebiet eine Drohne entdecken, müssen sie ihren Einsatz aus Sicherheitsgründen unverzüglich abbrechen und das Gebiet verlassen. Dadurch verzögert sich die Brandbekämpfung, während sich das Feuer weiter ausbreiten kann.
"Man kann sich vorstellen, welche enormen Folgen das für die Menschen und die Sachwerte am Boden haben kann, denen diese Flugzeuge eigentlich helfen sollen", sagt Damir Bezik von der Kroatischen Agentur für Zivilluftfahrt.
Ein weiteres Risiko besteht im Umfeld von Flughäfen. Dort bewegen sich Flugzeuge und Drohnen oft in derselben Höhe. Hinzu kommt, dass viele Drohnen von herkömmlichen Radarsystemen nicht erfasst werden können. Fluglotsen und Pilotinnen beziehungsweise Piloten sind deshalb häufig allein auf ihre Sicht angewiesen.
Nach Angaben der kroatischen Zivilluftfahrtbehörde wurden im vergangenen und im laufenden Jahr 53 Vorfälle mit Drohnen im Luftverkehr registriert. Die Behörde entzog einem Betreiber die Flugbewilligung und verhängte 23 Geldbussen zwischen 660 und 20'000 Euro.
Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Drohnen in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Umso wichtiger sei es, klare Regeln für deren Einsatz zu schaffen – etwa für Lieferdienste, Luftaufnahmen oder den Transport medizinischer Güter.
Bis dahin appelliert die Zivilluftfahrtbehörde an alle Drohnenpilotinnen und -piloten, die geltenden Vorschriften strikt einzuhalten und Drohnen weder über Waldbrandgebieten noch in der Nähe von Flughäfen steigen zu lassen.