Die kroatische Fußballnationalmannschaft ist bei der FIFA-Weltmeisterschaft bereits in der Runde der letzten 32 ausgeschieden. Das Team von Zlatko Dalić unterlag Portugal in Toronto mit 1:2.
20:30 / 03.07.2026.
Autor: Tonči Petrić

Autor:
Tonči Petrić
Veröffentlicht:
03. Juli 2026, 20:30
Die kroatische Fußballnationalmannschaft ist bei der FIFA-Weltmeisterschaft bereits in der Runde der letzten 32 ausgeschieden. Das Team von Zlatko Dalić unterlag Portugal in Toronto mit 1:2.
Drei kroatische Treffer wurden wegen Abseits aberkannt – besonders umstritten war die Annullierung des vermeintlichen Ausgleichs durch Joško Gvardiol in der 103. Minute. Kapitän Luka Modrić zeigte sich nach dem Spiel enttäuscht: „Es ist schade wegen der Niederlage. Ich denke nicht, dass wir sie verdient haben. Vor allem in der zweiten Halbzeit waren wir die klar bessere Mannschaft. Manche Dinge liefen einfach nicht zu unseren Gunsten. Bei einigen Entscheidungen frage ich mich, ob sie genauso ausgefallen wären, wenn die Rollen vertauscht gewesen wären. Aber so ist der Fußball. Wir können die Zeit nicht zurückdrehen.“
Auch der kroatische Hörfunkkommentator Srđan Fabijanac sprach von einem bitteren Ende einer außergewöhnlichen Ära: „Das Märchen ist leider auf grausame und schmerzhafte Weise zu Ende gegangen. Hätte Portugal uns klar dominiert und verdient gewonnen, wäre die Niederlage leichter zu akzeptieren gewesen. Stattdessen bleibt der bittere Beigeschmack eines Spiels, das wir insbesondere in der zweiten Halbzeit beherrscht haben. Am Ende zählen jedoch nur die Tore – Portugal zieht weiter, Kroatien fährt nach Hause.“
Mit Blick auf die umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen sagte Fabijanac, der VAR habe nicht zugunsten Kroatiens entschieden. Zwar seien sich die meisten Schiedsrichterexperten inzwischen einig, dass die Entscheidungen regeltechnisch korrekt gewesen seien. Dennoch bleibe die Frage offen, ob in einer umgekehrten Konstellation genauso entschieden worden wäre.
„Ich war nie ein Anhänger von Verschwörungstheorien. Trotzdem bleibt der Eindruck, dass die FIFA den großen Fußballnationen mitunter wohlwollender begegnet. Dass Cristiano Ronaldo nach dieser Partie zum Spieler des Spiels gewählt wurde, obwohl er praktisch nur mit seinem verwandelten Elfmeter auffiel, spricht für sich.“
Trotz des Ausscheidens würdigte Fabijanac die Verdienste der „goldenen Generation“ um Luka Modrić: „Diese Mannschaft verdient größten Respekt für alles, was sie erreicht hat – die WM-Medaillen in Russland und Katar ebenso wie den Zusammenhalt, den sie den kroatischen Fans auf der ganzen Welt vermittelt hat. Die Nationalmannschaft vereint Kroatien wie kaum etwas anderes. Dieses Vermächtnis wird bleiben.“
Auch die Medien in den Nachbarländern berichteten ausführlich über das dramatische WM-Aus Kroatiens. Die slowenische Zeitung Dnevnik schrieb, die Portugiesen hätten „die Kroaten nach Hause und Modrić vermutlich in den Ruhestand geschickt“. Das serbische Portal B92 sprach von einer „total verrückten Nachspielzeit“, in der der VAR die Kroaten in Verzweiflung gestürzt habe. Das bosnisch-herzegowinische Portal Sport.ba formulierte besonders zugespitzt: „Was habt ihr aus dem Fußball gemacht?“ Ein Sensor und „ein Haar auf Matanovićs Kopf“ hätten Kroatien das Weiterkommen gekostet.
Quelle: HRT
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