Die Stimme Kroatiens

07:14 / 13.07.2026.

Autor: Antunela Rajič

Radtourismus boomt – doch im Osten Kroatiens fehlen Campingplätze

Radtourismus boomt
Radtourismus boomt
Foto: HRT / HRT

Der Radtourismus gewinnt in Kroatien weiter an Bedeutung. Immer mehr Reisende entscheiden sich für einen Aktivurlaub abseits der Adriaküste und entdecken die Landschaften entlang der Donau und Drau. Besonders Slawonien und Baranja entwickeln sich zu attraktiven Zielen für Velotouristen. Gleichzeitig fehlt es in der Region jedoch an geeigneten Übernachtungsmöglichkeiten.



Vor allem Campingplätze sind im Osten Kroatiens Mangelware. In der Gespanschaft Osijek-Baranja gibt es lediglich zwei offizielle Campingplätze, obwohl jedes Jahr Tausende Radreisende die Region durchqueren. In der benachbarten Gespanschaft Vukovar-Srijem existiert sogar kein offizieller Campingplatz.


Zu den Gästen zählen Reisende aus aller Welt. Ein Ehepaar aus München ist erstmals in Kroatien unterwegs und folgt mit dem Fahrrad dem Verlauf der Donau von ihrer Quelle bis zur Mündung ins Schwarze Meer. Für die gesamte Strecke haben sie rund zwei Monate eingeplant.


Auch die Schweizer Rentnerin Angela McTaggart aus Basel reist allein mit dem Fahrrad. Nach einer 80 Kilometer langen Etappe zeigte sie sich erleichtert, einen Campingplatz gefunden zu haben. Gerade auf längeren Touren seien Orte wichtig, an denen man sich ausruhen, Wäsche waschen und neue Kräfte sammeln könne.


In Šarengrad finden erschöpfte Radreisende zwar einen kostenlosen Übernachtungsplatz, doch solche Angebote sind die Ausnahme. Die Gastgeber möchten den Reisenden einen Ort bieten, an dem sie sich wie zu Hause fühlen können – mit Möglichkeiten zum Kochen, Waschen und zum Austausch mit anderen Touristen.


Die Nachfrage nach solchen Angeboten wächst kontinuierlich. Nach Angaben des Tourismusverbands der Gespanschaft Osijek-Baranja interessieren sich Besucher auf internationalen Tourismusmessen zunehmend für Radwege, Wanderwege, Campingplätze und naturnahe Freizeitangebote. Gerade nachhaltige und aktive Reiseformen seien weltweit stark im Trend.


Branchenvertreter sehen deshalb erheblichen Nachholbedarf. Um das Potenzial des Radtourismus besser auszuschöpfen, brauche es insbesondere im Osten Kroatiens zusätzliche Campingplätze und eine bessere Infrastruktur für Aktivurlauber. So könnten deutlich mehr Gäste für einen längeren Aufenthalt in der Region gewonnen werden.

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