Die Stimme Kroatiens

23:40 / 15.10.2026.

Autor: Tonči Petrić

40 Jahre Volksgruppenzentrum gefeiert

Milan Bošnjak hält Rede zum 40-jährigen Bestehen des Volksgruppenzentrums in Österreich
Milan Bošnjak održao govor na proslavi 40 godina Centra austrijskih narodnosti
Foto: Središnji državni ured za Hrvate izvan RH / .

Das Volksgruppenzentrum hat am Dienstag sein 40-jähriges Bestehen im Festsaal der Universität Wien gefeiert. Die parteipolitisch unabhängige Dachorganisation vertritt die Interessen nationaler Minderheiten in Österreich, darunter auch jene der kroatischen Volksgruppe.



An der Jubiläumsfeier nahmen zahlreiche Gäste, Vertreter von Institutionen und Besucher teil. Ein umfangreiches Kulturprogramm begleitete die Veranstaltung. Das Volksgruppenzentrum setzt sich auf österreichischer und europäischer Ebene für eine nachhaltige Verbesserung der Stellung und der Rechte nationaler Minderheiten ein. Die Interessen der Burgenlandkroaten werden im Volksgruppenzentrum durch den Kroatischen Kulturverein im Burgenland und das Kroatische Zentrum Wien vertreten. Generalsekretär ist Mag. Joži Buranić.


Neben der Leitung des Volksgruppenzentrums sprachen hochrangige Vertreter Österreichs und Sloweniens. Im Namen des Zentralamts für die Kroaten außerhalb der Republik Kroatien wandte sich Dr. Milan Bošnjak an die Anwesenden. Er würdigte die Bedeutung und die Arbeit des Volksgruppenzentrums und dankte den österreichischen Institutionen für ihren wichtigen Beitrag zur Bewahrung der Sprache, Kultur und Tradition der kroatischen Volksgruppe im Burgenland. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass die Rechte der kroatischen Minderheit künftig auch in Wien besser verwirklicht werden können – insbesondere das Recht auf Bildung.


Buranić betont die Notwendigkeit einer Modernisierung


Anlässlich des 40-jährigen Bestehens betonte Joži Buranić die Notwendigkeit, das Volksgruppenzentrum zu modernisieren. Eine neue Internetseite sei bereits eingerichtet worden, auch in den sozialen Medien sei die Organisation zunehmend präsent. Dies sei heute unverzichtbar, um die Öffentlichkeit und die Medien zu erreichen, erklärte Buranić.


Zu den zentralen Aufgaben des Volksgruppenzentrums gehört die Vorbereitung neuer gesetzlicher Regelungen. Bereits im Sommer 2009 hatte das CAN gemeinsam mit Fachleuten einen Entwurf zur Änderung des Volksgruppengesetzes ausgearbeitet. Dieser wartet bislang auf die weitere Behandlung.


Bei einer jüngsten parlamentarischen Debatte über Minderheiten stellte der Jurist Dieter Kolonović den Entwurf erneut vor. Er betonte, dass das Dokument auch unter den heutigen Bedingungen anwendbar wäre.


Die Aufgabe des Volksgruppenzentrums bestehe darin, Gesetzesentwürfe vorzubereiten, Themen eingehend zu analysieren und die Volksgruppenvereine mit fundierten Argumenten zu unterstützen – von einem neuen Volksgruppengesetz bis hin zur zweisprachigen Bildung in Wien, erklärte Buranić.


Derzeit gebe es positive Entwicklungen im Hinblick auf ein neues Volksgruppengesetz, die genutzt werden sollten. Solange ein konkreter Plan bestehe, müsse weiter daran gearbeitet werden, bis er schließlich umgesetzt werde, fügte Buranić hinzu.


Für die Einführung eines zweisprachigen Bildungssystems in Wien seien allerdings rechtliche Grundlagen erforderlich, die bislang fehlten.


Neue zweisprachige österreichisch-kroatische Schule in Wien geplant


Im Rahmen ihres Aufenthalts in Österreich besuchten Vertreter des Zentralamts für die Kroaten außerhalb der Republik Kroatien die Komenský-Schule in Wien sowie das Haus der Volksgruppen in Oberwart.


Die Komenský-Schule dient als wichtiges Vorbild für die geplante neue zweisprachige kroatisch-deutsche Schule. Die tschechische Minderheit betreibt diese Bildungseinrichtung bereits seit 1872. Der Kroatische Schulverein Rešetarić bereitet ein ähnliches Bildungsmodell vor, das vom Kindergarten bis zur Matura reichen soll.


Der Start der ersten Klassen ist für den 6. September 2027 vorgesehen. Der Unterricht soll zunächst in den Räumlichkeiten der Komenský-Schule stattfinden.

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