Mit einer feierlichen Aufstellung des Krawattenregiments, einer Wachablösung und symbolisch gebundenen Krawatten an Denkmälern hat Kroatien am 18. Oktober den Tag der Krawatte begangen. Die Feierlichkeiten fanden auf dem Ban-Jelačić-Platz in Zagreb statt, organisiert von der Academia Cravatica und unter der Schirmherrschaft des kroatischen Parlaments.
Pünktlich um 12 Uhr kündigte die Grič-Kanone den Beginn der Zeremonie an. Das festlich gekleidete Krawattenregiment marschierte mit Pferden und Waffen auf den Platz. Im Anschluss an die Eröffnungsreden folgte die Wachablösung. Auch dem Denkmal des Ban Josip Jelačić wurde symbolisch eine Krawatte umgebunden.
Krawatten wurden zudem an Denkmälern weiterer historischer Persönlichkeiten angebracht, darunter am Denkmal des ersten kroatischen Präsidenten Franjo Tuđman. Die Academia Cravatica betont, dass die Krawatte längst über ihre ursprüngliche Funktion als modisches Accessoire hinausgewachsen ist. Sie stehe für das menschliche Bedürfnis nach Schönheit, Sinn und Würde.
Ein um den Hals gebundenes Tuch gehörte zur kroatischen Kleidungstradition. Kroatische Soldaten verbreiteten diese Trageweise im 17. Jahrhundert in Europa. Frankreich griff sie auf und machte daraus eine Mode, die sich weltweit durchsetzte. Die kroatische Herkunft lebt bis heute im französischen Wort cravate und in Bezeichnungen für die Krawatte in anderen Sprachen weiter.
Am 18. Oktober 2003 wurde rund um die Arena von Pula die grösste Krawatte der Welt gebunden – nach einer Idee von Marijan Bušić. Fünf Jahre später, 2008, erklärte das kroatische Parlament den 18. Oktober einstimmig zum nationalen Tag der Krawatte.
In ihrer diesjährigen Botschaft hebt die Academia Cravatica hervor, dass die Krawatte für Liebe, Verbundenheit und Treue stehen könne. Zugleich sei sie ein Symbol zeitgemässer Ritterlichkeit: für Respekt gegenüber anderen, den Schutz Schwächerer und die Verantwortung für das eigene Handeln.
Die Krawatte sei damit mehr als ein Kleidungsstück. Sie erinnere daran, dass sich der Wert eines Menschen und einer Zivilisation nicht allein an Effizienz und materiellen Errungenschaften messen lasse, sondern auch an der Fähigkeit, Schönheit zu schaffen, Würde zu bewahren und zwischenmenschliche Beziehungen zu pflegen.