Angesichts der deutlich verschärften Sicherheitslage im Nahen Osten hat das kroatische Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten (MVEP) seine Staatsbürger zur höchsten Vorsicht aufgerufen. Die Situation in der Region sowie in angrenzenden Staaten sei derzeit äusserst instabil.
Das Ministerium empfiehlt, alle nicht notwendigen Reisen in die betroffenen Länder zu vermeiden. Kroatische Staatsangehörige, die sich bereits vor Ort befinden, sollen sich möglichst in geschützten Innenräumen aufhalten, ihre Bewegungen einschränken und öffentliche Versammlungen meiden. Zudem wird geraten, laufend offizielle Informationen zu verfolgen und den Anweisungen der lokalen Behörden strikt Folge zu leisten.
In Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen wurden Evakuierungsmassnahmen eingeleitet. Ein Flugzeug von Croatia Airlines wurde für den Rücktransport kroatischer Staatsbürger eingesetzt. Zusätzlich steht ein weiteres Flugzeug bereit, das kroatische Pilger aus Israel zunächst nach Lyon bringt, von wo aus die Weiterreise nach Zagreb erfolgt.
Auch die kroatische Agentur für zivile Luftfahrt steht in Kontakt mit internationalen Fluggesellschaften wie „Etihad Airways“ und „flydubai“, um weitere Evakuierungsflüge zu organisieren. Vorrang haben besonders schutzbedürftige Personen wie Kinder, Kranke und Schwangere.
Kroatische Staatsbürger in der Region erhalten Sicherheitsinformationen über ein Frühwarnsystem direkt auf ihre Mobiltelefone. Gleichzeitig ruft das Ministerium dazu auf, sich aktiv bei den zuständigen diplomatischen Vertretungen zu melden.
Für Länder, in denen Kroatien keine eigene Vertretung hat, gilt: Bürger können gemäss EU-Recht konsularischen Schutz auch bei Vertretungen anderer EU-Mitgliedstaaten in Anspruch nehmen.
Bereits 14 kroatische Staatsbürger konnten aus Israel evakuiert werden. Sie überquerten mit einem Bus die Grenze nach Ägypten und sollen von dort aus ausgeflogen werden.
„Es hat lange gedauert, bis wir herauskamen. Wir waren sehr angespannt, aber alles ist gut verlaufen. Jetzt sind wir in Sicherheit“, sagte Goran Vuletić.
Auch Petra Kraljević zeigte sich erleichtert: „Endlich sind wir aus Israel, aus dem Krieg, herausgekommen. Auch wenn wir noch nicht zu Hause sind – jetzt können wir endlich durchatmen.“
Das kroatische Aussenministerium betont, die Lage weiterhin genau zu beobachten und die Öffentlichkeit über neue Entwicklungen zu informieren.