In Jablanica ist es während einer Gedenkveranstaltung zum 32. Jahrestag der Auflösung eines Kriegsgefangenenlagers aus den 1990er-Jahren zu einem Zwischenfall gekommen. Dabei wurde der katholische Priester Don Marin Marić sowie anwesende kroatische Gläubige angegriffen.
Die Messe fand an einem Ort statt, an dem während des Krieges rund 900 Kroaten festgehalten worden waren. Während der Feier fuhr eine Fahrzeugkolonne mit Kriegsflaggen der Armee von Bosnien und Herzegowina rund um die Kirche. Im Anschluss wurde Don Marin Marić von einem Mann verbal attackiert und unter anderem als «Ustaša» beschimpft.
Der Vorfall wurde der Polizei gemeldet, eine Person konnte inzwischen festgenommen werden. Die zuständige Staatsanwaltschaft stufte den Fall als Anstiftung zu nationalem und religiösem Hass ein.
Die Delegation der Europäischen Union in Bosnien und Herzegowina verurteilte den Angriff scharf. Sie rief die Behörden zu einer umfassenden Untersuchung auf und forderte Massnahmen zum Schutz der Sicherheit der Bevölkerung sowie zur Förderung von Toleranz und Zusammenleben.
Auch der Kantonalvorstand der HDZ BiH reagierte mit Kritik und verlangte eine rasche Reaktion der Behörden sowie eine konsequente Bestrafung der Verantwortlichen.
Der Vorfall hat innerhalb der kroatischen Gemeinschaft in Jablanica grosse Besorgnis ausgelöst. Die Region war bereits während des Krieges in den 1990er-Jahren Schauplatz von Vertreibungen und schweren Verbrechen gegen die kroatische Bevölkerung.