Illustration, (Foto: Grgo Jelavić/Pixsell) Illustration, (Foto: Grgo Jelavić/Pixsell)

Welche Art von Tourismus wir diesen Sommer haben werden, hängt fast ganz vom Reiseprotokoll auf europäischer Ebene ab. Tatsache ist, dass es derzeit keinen Hinweis darauf gibt, dass die EU-Länder gleichzeitig ihre Grenzen für Touristenreisen öffnen werden.

Deutschland will beispielsweise Mitte Juni seine Grenzen für Touristen wieder öffnen. Die Franzosen werden das früher tun, vorausgesetzt, die Bürger die aus der EU kommen müssen nicht 14 Tage lang in Quarantäne.

Ob man den Tourismus überhaupt unter solchen Umständen planen kann, erklärte der kroatische Tourismusministerin Gari Cappelli gegenüber HRT.

 „Wir meinen es ernst mit der Öffnung der Grenze und der Planung. Wir stehen in häufigem Kontakt mit einigen Ländern. Unser Ziel war es, ein gemeinsames Protokoll für alle zu erstellen. Wir sind uns bewusst, dass sich beispielsweise einige von uns wie Slowenien und Österreich, in einer besseren epidemiologischen Situation befinden und es ist logisch, dass wir mit diesen Ländern über eine frühere Öffnung der Grenzen verhandeln können“, erklärte der Minister.

Wir werden sicherlich die Grenzen zu Slowenien öffnen, sagte er, es sei nur eine Frage, ob wir das eine Woche früher oder später tun werden.

Kroatien verhandle auch mit den Tschechen und mit den Österreichern, sagte der Minister und erklärte er hoffe das bis zum 15. Juni auch mit anderen Ländern eine Einigung gefunden wird. Deutschland befinde sich diesbezüglich derzeit in der schwierigsten Position, sagte er.

Die kroatischen Hoteliers und Gastronomen versicherten ihre Kapazitäten stünden bereit und sie hätten keine Arbeitnehmer hätten.

Sie kritisierten jedoch die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Viele von ihnen versetzen sich in die Lage der Gäste und fragen sich, was Gäste nach Kroatien ziehen könnte, wenn z.B. Kellner Abstand von ihnen halten müssen und die Gäste selbst praktisch auch keinen Kontakt mit anderen Gästen haben können.

Mit der Frage, ob Kroatien die diesjährige Saison meistern wird, befasste sich auch der Sender BBC in einem Bericht mit dem Titel „Griechenland und Kroatien haben schnell gehandelt, jetzt müssen sie den Sommer retten."

Im Artikel steht, dass Kroatien kurz nach dem Eintreffen der Nachricht von der Epidemie aus China in Alarmbereitschaft war.

Das kroatische Institut für öffentliche Gesundheit habe bereits vor der Ankunft von Bussen mit Touristen aus Wuhan Ende Januar Richtlinien herausgegeben und auch hätten die lokalen Medien über die chinesisches Arbeiter, die am Bau der Pelješac-Brücke beteiligt sind und eine eventuelle Gefahrenquelle, die daraus hervorgehen könnte, berichtet.

Der erste bestätigte kroatische Fall ereignete sich laut Artikel am 25. Februar, fast einen Monat nach dem ersten gemeldeten Fall in Italien und dem Vereinigten Königreich.

Kroatien stehe laut BBC nun vor der Herausforderung wie es seine Touristen zurückgewinnen kann.

Etwa die Hälfte der 20 Millionen Besucher, die Kroatien jährlich besuchen, reisen im Juli und August ins Land, wobei der Tourismus laut dem Sender mindestens ein Fünftel der kroatischen Wirtschaftsleistung ausmacht.

Im Artikel steht, dass Kroatien nun eine Zusammenarbeit mit Nachbarländern, insbesondere mit Slowenien benötige.

Die Bürger Sloweniens verzeichnen nämlich nach den Deutschen die meisten Übernachtungen in Kroatien und viele Touristen müssen auf ihrem Weg zur kroatischen Küste durch Slowenien reisen.

Weiter wird berichtet, dass sich trotz der Krise viele Touristen nach der kroatischen Sonne sehnen und das tschechische Reisebüros den Wunsch der Touristen erfüllt haben, indem sie einen Korridor zur kroatischen Küste mit dem kroatischen Tourismusministerium vereinbart haben, was der kroatische Premierminister Andrej Plenković herzlich begrüßte.