Die Stimme Kroatiens

13:00 / 26.08.2026.

Autor: Martina Perković

Hana Jušićs „God Will Not Help“ ist Kroatiens Kandidat für den spanischen Filmpreis Goya

Sa snimanja filma Bog neće pomoćio
Sa snimanja filma Bog neće pomoćio
Foto: Kinorama / Kinorama

Das Historiendrama „Bog neće pomoći“ („God Will Not Help“) von Regisseurin Hana Jušić geht für Kroatien ins Rennen um den 41. Goya. Nach internationalen Festivalerfolgen ist die Kandidatur ein weiteres wichtiges Signal für das zuletzt wieder stärker wahrgenommene kroatische Kino.

Der Verband der kroatischen Filmschaffenden (HDFD) hat „Bog neće pomoći“ („God Will Not Help“) von Hana Jušić als kroatischen Kandidaten für die 41. Goya Awards, den wichtigsten spanischen Filmpreis, ausgewählt. Der Film nimmt damit am Auswahlverfahren in der Kategorie Bester europäischer Film teil.


Das Historiendrama spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einer abgeschiedenen Hirtengemeinschaft im Dinara-Gebirge. Im Mittelpunkt steht Teresa, eine Chilenin, die dort auftaucht und behauptet, die Witwe des in einem chilenischen Bergwerk ums Leben gekommenen Bruders des Dorfältesten zu sein. Ihre Ankunft bringt die streng geordneten Verhältnisse innerhalb der Gemeinschaft ins Wanken und eröffnet zugleich neue Möglichkeiten für Veränderung und Freiheit.


Seine Weltpremiere feierte der Film beim 78. Internationalen Filmfestival von Locarno, wo Manuela Martelli und Ana Marija Veselčić im Hauptwettbewerb mit dem Leoparden für die beste schauspielerische Leistung ausgezeichnet wurden. Beim Sarajevo Film Festival erhielt „Bog neće pomoći“ zudem den Sonderpreis für die Förderung der Geschlechtergleichstellung. Weitere Stationen waren unter anderem die Filmfestivals in Thessaloniki, Sofia, Busan und Vancouver.


Auch beim 73. Filmfestival von Pula wurde der Film mehrfach ausgezeichnet. Jana Plećaš erhielt die Goldene Arena für die beste Kamera, während Stavros Evangelou, Iris Asimakopoulou und Vasilis Chontos für die Filmmusik prämiert wurden. Ana Marija Veselčić wurde für ihre Rolle als Milena außerdem mit dem Breza-Preis als beste Debütantin ausgezeichnet.


Ein wichtiges Signal für den kroatischen Film


Die Goya-Kandidatur ist auch vor dem Hintergrund der Entwicklung des kroatischen Kinos von Bedeutung. Über längere Zeit war der kroatische Film international nur begrenzt sichtbar und konnte – von einzelnen erfolgreichen Produktionen abgesehen – nur selten eine größere internationale Resonanz erzielen. In den vergangenen Jahren zeichnet sich jedoch eine positivere Entwicklung ab: Kroatische Filme und Filmschaffende sind zunehmend auf renommierten europäischen und internationalen Festivals vertreten und werden dort auch ausgezeichnet.


Ein Beispiel dafür ist „Sigurno mjesto“ („Safe Place“) von Juraj Lerotić, der 2024 für den Goya als bester europäischer Film nominiert war. Die Auswahl von „Bog neće pomoći“ knüpft nun an diese Entwicklung an. Bereits die Festivalerfolge in Locarno, Sarajevo und Pula zeigen, dass Hana Jušićs Film weit über den kroatischen Markt hinaus Beachtung findet.


Ob „Bog neće pomoći“ tatsächlich zu den endgültigen Nominierten gehören wird, entscheidet sich im weiteren Auswahlverfahren. Die Kandidatur bedeutet somit noch keine Nominierung, bringt den Film aber in das Rennen um eine der bedeutendsten nationalen Filmauszeichnungen Europas.


Der Goya wird von der Spanischen Akademie der Filmkünste und -wissenschaften vergeben und gilt als spanisches Pendant zum Oscar. Die Auszeichnung besteht seit 1987, die Kategorie für den besten europäischen Film seit 1992.

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