Die Zahl der Kroaten, die in den letzten zwei Jahren Deutschland verlassen und in die Heimat zurückkehren, hat sich verdoppelt. Nach Angaben des Kroatischen Statistikamtes leben in Deutschland etwas mehr als 14 Millionen Ausländer, und auf europäischer Ebene stehen die Kroaten in Bezug auf die Zahl an fünfter Stelle. Zwischen Dezember 2024 und Dezember 2025 ist die Zahl der kroatischen Staatsbürger in Deutschland um mehr als 12.000 gesunken.
Immer mehr Menschen denken über eine Rückkehr nach. Zu dieser Entscheidung werden sie am häufigsten durch das Gefühl von Sicherheit, höhere Lebensqualität und angenehmere Klima motiviert.
Wie das Leben nach der Rückkehr aussieht, weiß die Familie Božić gut – eine von vielen, die diese Entscheidung bereits getroffen hat. Bei ihnen war die Entscheidung einstimmig.
Marija Božić erzählte, dass ihr Ehemann vorgeschlagen hat, dass alle ein Blatt Papier nehmen und eine Linie ziehen und auf der einen Seite die Gründe für die Rückkehr nach Kroatien und auf der anderen die Gründe dagegen schreiben. Dabei kommunizierte niemand miteinander, bis die Listen fertig waren. Am Ende, sagte sie, hatten alle mehr Gründe für die Rückkehr als dagegen.
Sie sind vor vier Jahren nach Kroatien zurückgekehrt, geleitet von ihrer Liebe zum Heimatland. Der Anfang war nicht einfach – sie stießen auf bürokratische Herausforderungen, über die Marija sagt, sie könnte sogar ein Buch schreiben.
Heute haben sie sich jedoch erfolgreich eingelebt und leiten ihre eigene Agentur für Immobilienverkauf.
Als sie in Frankfurt lebten, befand sich die deutsche Wirtschaft noch nicht in der Krise, doch heute steigen auch dort die Lebenshaltungskosten. Dennoch ist auch Kroatien keine Ausnahme – die Lebensmittelpreise steigen ebenfalls. Trotz allem sind Immobilien, selbst mit einem deutlichen Preisanstieg, immer noch günstiger als in Deutschland. Für die Familie Božić sind jedoch Sicherheit und das Zugehörigkeitsgefühl, das sie in Kroatien haben, entscheidend – nicht nur für sie, sondern auch für ihre Kinder.
Ihre Erfahrungen teilen sie heute gern mit anderen, die über eine Rückkehr nachdenken. Marija organisiert einmal im Monat Treffen für kroatische Rückkehrer und betont, dass sie sich gewünscht hätte, eine solche Unterstützung hätte bereits zu der Zeit existiert, als sie zurückkehrten.