Die Stimme Kroatiens

23:04 / 15.04.2026.

Autor: Martina Perković

Protest in Zagreb: Forderungen nach höheren Löhnen und Renten

Najava prosvjeda sindikata
Najava prosvjeda sindikata
Foto: Emica Elvedji / Pixsell

Am 18. April findet auf dem zentralen Zagreber Hauptplatz, dem Trg bana Josipa Jelačića, ein groß angelegter Protest unter dem Motto „Kroatien gemeinsam für höhere Löhne und Renten“ statt. Organisiert wird die Kundgebung von mehreren Gewerkschaftsdachverbänden sowie der Rentnergewerkschaft. Bereits um 11 Uhr startet ein Demonstrationszug vor dem Hrvatsko narodno kazalište u Zagrebu, die zentrale Versammlung beginnt zu Mittag.

Im Mittelpunkt stehen Forderungen nach deutlich höheren Löhnen und Renten sowie nach leistbaren Lebenshaltungskosten. Die Gewerkschaften argumentieren, dass die aktuelle wirtschaftliche Lage für viele Menschen nicht mehr tragbar sei. Angesichts steigender Preise fordern sie eine durchschnittliche Nettovergütung von 2.200 Euro und einen Mindestlohn von 1.100 Euro. Auch die Renten sollen stärker angehoben werden und sich langfristig am Lohnniveau orientieren.


Der Vorsitzende des Gewerkschaftsbundes SSSH, Mladen Novosel, verweist dabei auf europäische Vergleichswerte und betont, dass Kroatien trotz Marktwirtschaft und weitreichender Privatisierungen wirtschaftlich unter Druck stehe. Gleichzeitig kritisiert er die hohe Inflation, die mit 4,8 Prozent über dem Durchschnitt der Eurozone liegt, sowie strukturelle Probleme wie Korruption und Schattenwirtschaft.


Auch die Vorsitzende der Matica hrvatskih sindikata, Sanja Šprem, widerspricht der Darstellung, Kroatien sei ein Land des Wohlstands. Viele Bürger kämpften täglich mit steigenden Lebenshaltungskosten, insbesondere bei Lebensmitteln und Wohnraum, deren Preise in den vergangenen Jahren deutlich stärker gestiegen seien als die Einkommen.


Die Organisatoren erwarten Teilnehmer aus dem ganzen Land und rufen Arbeitnehmer, Rentner und Studierende dazu auf, gemeinsam ein Signal an die Regierung zu senden. Ihrer Ansicht nach sind grundlegende wirtschaftliche Veränderungen notwendig, um den Lebensstandard langfristig zu sichern.

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