Wahllokal (Foto: Davor Puklavec/PIXSELL) Wahllokal (Foto: Davor Puklavec/PIXSELL)

Minderheitenräte werden in Einheiten gewählt, in denen Minderheiten mindestens 1,5% der Bevölkerung ausmachen, in Gemeinden und Städten, in denen mehr als 200 leben, und in Bezirken, in denen mehr als 500 Angehörige der nationalen Minderheit leben. In die Gemeinderäte werden zehn Mitglieder gewählt, in die städtischen 15 und in den Bezirksrat Mitglieder. In Einheiten, in denen es nicht genügend Mitglieder einer Minderheit gibt, um Räte zu bilden, aber es mindestens 100 gibt, werden einzelne Minderheitenvertreter gewählt.

Ein Bewohner der Roma Minderheit in Čakovec sagte beim Verlassen des Wohllokals, dass er wählen geht um eine Verbesserung in den Roma Siedlungen zu bewirken.

"Zunächst erwarten wir Veränderungen. Vor allem für uns junge Leute möchten wir, dass sich die Lage und die Infrastruktur in allen Roma Siedlungen verbessert."

Nachdem die Wahlbeteiligung sehr gering ausfiel, wurde die Frage nach der Legitimität dieser Wahlen diskutiert. Laut Aleksandar Tonlauer, Vorsitzender des Regierungsrates für nationale Minderheiten, seien die Wahlen natürlich legitim, zumal sie gesetzlich verankert sind. „Alle Wahlen die durch das Gesetz vorgeschrieben sind, begründen auf Bedingungen. Auf Grundlage dieser Bedingungen sind diese Wahlen natürlich legitim", sagte er.

Laut Aussagen einiger Wähler sei die Wahlbeteiligung niedrig weil es einerseits kein Interesse dafür gebe von wem man vertreten werden würde und weil ein Großteil der Bürger wahrscheinlich gar nicht weiß, dass heute Wahlen sind.

Im Vorfeld sagte Tolnauer, dass diese Wahlen wichtig seien, um so die Teilhabe der Minderheiten im kulturellen und öffentlichen Leben der Gesellschaft sichern zu können. „Sie sollen als Teil der lokalen und regionalen Selbstverwaltung wichtige Aspekte des Lebens regulieren können. Natürlich sind diese größtenteils Dinge die alle betreffen", betonte Tolnauer.

Bei den fünften Wahlen seit der Unabhängigkeit Kroatiens, treten rund 6700 Kandidaten an.