Die Stimme Kroatiens

14:48 / 29.07.2026.

Autor: Natali Tabak Gregorić

Gespräch mit dem geschäftsführenden Chefredakteur des Programms für Kroaten außerhalb Kroatiens, Vladimir Brnardić

Vladimir Brnardić mit dem GH-Team im Einsatz
Vladimir Brnardić mit dem GH-Team im Einsatz
Foto: - / GH

Mit seinem Amtsantritt als geschäftsführender Redakteur des Programms für Kroaten außerhalb Kroatiens beim Kroatischen Rundfunk hat Vladimir Brnardić die Verantwortung für einen einzigartigen Medienraum übernommen, der kroatische Gemeinschaften auf der ganzen Welt verbindet. 

In einem Gespräch mit dem Portal 'Hrvatska riječ' erzählte er über die Herausforderungen bei der Verfolgung kroatischer Gemeinschaften in Bosnien und Herzegowina, unter nationalen Minderheiten und in der Diaspora, über die Notwendigkeit, die Identität zu bewahren, über Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Medien außerhalb Kroatiens und über die Pläne, dass Glas Hrvatske zu einem Treffpunkt und Verbindungspunkt für Kroaten wird, egal wo sie leben.


Mit Vladimir Brnardić sprach Zlata Vasiljević. Hier einige Auszüge...



► Nach jahrelanger Arbeit im Dokumentarprogramm haben Sie die Leitung des Programms für Kroaten außerhalb der Republik Kroatien übernommen. Was hat Sie an dieser Herausforderung gereizt und welche Vision hatten Sie, als Sie diese Aufgabe übernommen haben?



Nach über 25 Jahren im Dokumentarprogramm, zunächst als Journalist und Redakteur der Sendung TV-Kalender und danach acht Jahre als Redakteur des Dokumentarprogramms selbst, hatte ich irgendwie das Gefühl, dass es Zeit für eine Veränderung war, zumal sich die Gelegenheit durch den Rücktritt des vorherigen Leiters ergeben hatte. Da ich bereits früher mit diesem Programm zusammengearbeitet hatte, indem ich Inhalte wie die Dokumentarserien 'Wir entdecken Kroatien' und 'Kroatien, meine Wahl' für sie erstellt habe, wusste ich ungefähr, womit sie sich beschäftigen und wie das Programm funktioniert. Mich reizte, dass das Programm für Kroaten außerhalb Kroatiens eigentlich ein kleiner Radio-und TV-Sender innerhalb des Kroatischen Fernsehens ist, der Fernsehen, Radio und Multimedia (Portale und soziale Netzwerke) umfasst. Das Fernsehen kannte ich, die Herausforderung waren das Radio und die Multimedia-Plattformen, auf denen ich zuvor nicht gearbeitet hatte, sowie die Möglichkeit, ein eigenes Programm zu produzieren und zu gestalten.

Die zweite Herausforderung war auch das Thema der kroatischen Auswanderer, das ich manchmal in Beiträgen in der Sendung TV-Kalender behandelt habe, aber auch in Dokumentarfilmen wie dem Film ‚Helden werden nicht vergessen – Petar Herceg Tomić über den amerikanischen Helden von Pearl Harbour kroatischer Herkunft aus Prolog bei Ljubuški‘. Außerdem, um ein wenig zu scherzen, aber es ist wahr, ist das potenzielle Publikum größer, weil eben mehr Kroaten außerhalb Kroatiens leben als in Kroatien!




► Wo sehen Sie die Grenze zwischen der Bestärkung der kroatischen Gemeinschaften und der Pflicht eines öffentlichen Medienunternehmens, auch heikle oder kritische Themen aufzugreifen? Gibt es also Raum für Themen, die nicht nur Folklore oder Veranstaltungen sind, sondern auch über Probleme sprechen?



Die Bestärkung der kroatischen Gemeinschaften ist sicherlich eine Aufgabe des HRT als kroatisches öffentliches Medium, aber man sollte sich nicht vor heiklen und kritischen Themen scheuen, und es gibt definitiv Raum nicht nur für Folklore und Veranstaltungen, sondern auch für Probleme. Dabei muss man darauf achten, dass solche Beiträge der lokalen Gemeinschaft nicht schaden und keine noch größeren Probleme verursachen. Auf der anderen Seite sehen wir leider Spaltungen innerhalb der kroatischen Gemeinschaften, und da ist es schwer, neutral zu bleiben, weshalb wir versuchen, keine Partei zu ergreifen, alle Seiten der Geschichte darzustellen und zu veröffentlichen, aber vor allem konstruktiv und positiv zu sein.



Das ganze Interview finden sie unter:  HRVATSKARIJEC

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