Die Stimme Kroatiens

17:19 / 22.02.2026.

Autor: Tonči Petrić

Proteste gegen geplantes Migrantenzentrum in Kroatien

Prosvjed protiv gradnje centra za migrante na Željavi
Prosvjed protiv gradnje centra za migrante na Željavi
Foto: Hrvoje Kostelac / PIXSELL

Mehrere hundert Bürger protestierten am Sonntag, organisiert von der Gemeinde Plitvička Jezera, gegen die Absicht, auf dem Gelände des ehemaligen Militärflugplatzes Željava ein Migrantenzentrum einzurichten.

„Migrantenzentren haben der Stadt Bihać nichts Gutes gebracht. Ich arbeite dort seit sieben Jahren und weiß, wie negativ sich das auf die Umgebung und auf die Plitvicer Seen auswirken kann“, sagte Igor Rogić aus Bihać. 


„Fragen Sie Ihre Bürger, was sie wollen. So etwas können Sie uns nicht direkt vor die Haustür setzen. Warum errichten Sie ein solches Zentrum nicht bei sich selbst? Auch hier in der Lika leben noch Menschen – glauben Sie nicht, dass dies ein leere Region ist, in das man einfach so etwas bringen kann. Sie können das nicht tun, und wir geben die Lika nicht her!“, sagte Antonela Jurić aus Korenica. 


Die Teilnehmer der Protestkundgebung in der Ortschaft Korenica erklärten gegenüber der Regierung und dem Innenministerium, dass sie eine solche Initiative nicht akzeptieren, sagte Bürgermeister Hrvoje Matejčić (Unabhängige Liste Stop) der kroatischen Nachrichtenagentur HINA. Er fügte hinzu, dass Vertreter der Staatsführung am Samstag erstmals mit den lokalen Behörden zusammengetroffen seien und Pläne vorgestellt hätten, wonach ein Zentrum für 1.500 Migranten sowie für bis zu 200 Mitarbeiter errichtet werden solle. 


Das Gelände sei für den Staat interessant, da es sich in staatlichem Eigentum befinde und nahe der Staatsgrenze liege. „Wir arbeiten an der Entwicklung des Tourismus, und für ein solches Zentrum gibt es anderswo Platz“, betonte Matejčić. Seiner Schätzung nach versammelten sich rund 500 Bürger aus der Region Lika sowie aus anderen Teilen des Landes zu dem Protest. 


Der Militätrkomplex von Željava werde jährlich von bis zu 200.000 Menschen besucht und sei bereits jetzt touristisch attraktiv, obwohl bislang nicht in ihn investiert worden sei. Nach Ansicht des Bürgermeisters könnten dort zahlreiche Inhalte und Infrastrukturprojekte entwickelt werden. Die Gemeinde habe den Staat seit Langem aufgefordert, dem Gelände eine neue Nutzung zuzuführen oder es der Kommune zu überlassen. „Stattdessen haben wir nun die Idee eines Zentrums für illegale Migranten erhalten. Deshalb haben wir beim Protest dem Innenministerium nahegelegt, einen anderen Standort zu prüfen“, sagte Matejčić. 


Er erklärte, der Staat wolle Mittel der Europäische Union nutzen, die seit Juni 2024 verfügbar seien und bis Juni dieses Jahres eingesetzt werden müssten. Daher dränge der Staat daher auf die rasche Errichtung des Migrantenzentrums. Matejčić warnte zudem, dass das Leben in der Lika immer schwieriger werde. Kommunale Dienstleistungen würden zunehmend teurer, was mit wirtschaftlichen Gründen gerechtfertigt werde, obwohl es in dieser Region keine kommerzielle Grundlage etwa für Wasser- oder Müllentsorgungsdienste gebe. So müsse ein Müllfahrzeug beispielsweise 41 Ortschaften der Gemeinde anfahren. 


„In Gospić haben wir illegal abgelagerten Abfall, in Korenica ein Migrantenzentrum. So kümmert sich der Staat um die Lika“, sagte Matejčić.

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