Die Stimme Kroatiens

18:43 / 22.09.2026.

Autor: M.P.

Gospić: Regierung präsentiert Sanierungsplan

Die Abfallsanierung soll in vier Phasen laufen, Kosten von mehr als 55 Millionen Euro
Die Abfallsanierung soll in vier Phasen laufen, Kosten von mehr als 55 Millionen Euro
Foto: Robert Anic / PIXSELL

Mehr als 44.000 Tonnen Abfall und Kosten von über 55 Millionen Euro: Die kroatische Regierung hat neue Details zur Sanierung der illegalen Mülldeponie in Gospić vorgestellt. Bürgerinitiativen kritisieren weiterhin fehlende klare Fristen und konkrete Lösungen.

Umweltministerin Marija Vučković erklärte, die vollständige Sanierung könne rund 18 Monate dauern. Die einzelnen Maßnahmen sollen jeweils innerhalb von höchstens 13 Monaten abgeschlossen werden. Anschließend ist ein fünfjähriges Umweltmonitoring vorgesehen.


Das größte Problem sind fast 33.000 Tonnen gefährlicher und nicht gefährlicher Abfälle, die unter der Erde mit Boden und Gestein vermischt sind. Bevorzugt wird derzeit eine vollständige Ausgrabung mit anschließender Trennung und Klassifizierung direkt vor Ort. Allein diese Phase wird auf rund 40 Millionen Euro geschätzt. Eine endgültige Entscheidung über das Verfahren steht jedoch noch aus.


Daneben sollen rund 4.500 Tonnen gefährlicher Abfälle für knapp 8,8 Millionen Euro im Ausland verbrannt werden. Weitere 650 Tonnen nicht gefährlicher Abfälle sollen innerhalb von 45 Tagen in kroatischen Zementwerken verwertet werden. Für rund 6.000 Tonnen Abfall aus Gebäuden und dem Silo sind weitere sechs Millionen Euro vorgesehen.


Bürgerinitiativen fordern mehr Klarheit


Die Bürgerinitiative „Gospić je naš dom“ und weitere Verbände zeigten sich nach der Präsentation enttäuscht. Viele der vorgestellten Informationen seien bereits seit Monaten bekannt. Kritisiert wird insbesondere, dass für die fast 33.000 Tonnen unterirdisch gelagerten Abfälle weiterhin keine endgültige Sanierungsmethode festgelegt wurde.


Die Initiativen werfen zudem die Frage auf, warum bestimmte Schutzmaßnahmen nicht früher umgesetzt wurden. So hatten sie nach eigenen Angaben bereits 2025 gefordert, den unterirdischen Abfall zumindest vorläufig abzudecken.


Bis etwa 10. Oktober soll nun der Entwurf für die konkrete Projektaufgabe zur Sanierung des unterirdischen Abfalls vorliegen. Erst danach soll das Vergabeverfahren beginnen. Damit liegen erstmals konkretere Zahlen zu Umfang, Kosten und Zeitrahmen vor – zentrale Details zur größten und teuersten Phase der Sanierung sind jedoch weiterhin offen.

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