Die Stimme Kroatiens

18:13 / 24.10.2026.

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Kroatien setzt bei demografischer Entwicklung verstärkt auf Nachkommen von Auswanderern

Ministarstvo demografije i useljeništva
Ministarstvo demografije i useljeništva
Foto: MDIU / ilustracija

Kroatien will dem Bevölkerungsrückgang mit einem neuen Gesetz zur demografischen Revitalisierung entgegenwirken. Eine wichtige Rolle sollen dabei kroatische Auswanderer und deren Nachkommen spielen. Das Interesse an der kroatischen Staatsbürgerschaft steigt insbesondere in Nord- und Südamerika.

Zwischen Anfang 2022 und September 2025 erhielten mehr als 17.700 Personen kroatischer Abstammung die kroatische Staatsbürgerschaft. Die meisten Antragsteller kamen aus Argentinien, Chile und den USA. Allein im US-Bundesstaat Kalifornien hat sich die Zahl der Anträge verdreifacht. Das Verfahren dauert durchschnittlich zwei Jahre.


Auch bei der demografischen Entwicklung gibt es erste positive Anzeichen. Nach Angaben des kroatischen Demografieministeriums wurden in den ersten neun Monaten 2026 insgesamt 1.055 Kinder mehr geboren als im Vorjahreszeitraum. Zudem verzeichnete Kroatien 2025 einen positiven Wanderungssaldo.


Anreize für Rückkehrer und ihre Familien


Um die Rückkehr kroatischer Auswanderer und die Zuwanderung ihrer Nachkommen zu fördern, wurden bereits mehrere Maßnahmen eingeführt. Dazu gehören eine fünfjährige Befreiung von der Einkommensteuer auf Arbeitslöhne, finanzielle Unterstützung für Selbstständige im Rahmen des Programms „Biram Hrvatsku“ („Ich wähle Kroatien“), staatliche Mietwohnungen sowie Stipendien zum Erlernen der kroatischen Sprache.


Nachkommen kroatischer Auswanderer können zudem eine Bescheinigung erhalten, die ihnen einen vorübergehenden Aufenthalt von bis zu zwei Jahren ermöglicht. Während dieser Zeit dürfen sie ohne zusätzliche Genehmigungen in Kroatien arbeiten, studieren oder eine Ausbildung absolvieren.


Neues Gesetz zur demografischen Revitalisierung geplant


Mit einem neuen Rahmengesetz will die kroatische Regierung die bisherigen Maßnahmen bündeln und langfristig ausbauen.


Nach Angaben des Demografen Stjepan Šterc soll das Gesetz vier zentrale Bereiche abdecken: die Verringerung der Abwanderung junger Menschen, die Förderung der Geburtenrate, eine gezielte Einwanderungspolitik sowie die Ansiedlung junger und gut ausgebildeter Menschen in strukturschwachen Regionen. Für jeden dieser Bereiche sind fünf bis sieben Fördermaßnahmen vorgesehen.


Eine wesentliche Herausforderung bleibt die langfristige Integration der Rückkehrer. Dazu zählen insbesondere der Zugang zum Arbeitsmarkt, die Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse, bezahlbarer Wohnraum, Sprachkenntnisse und Kinderbetreuungsmöglichkeiten.


Ob die geplanten Maßnahmen den jahrzehntelangen Bevölkerungsrückgang nachhaltig bremsen können, wird vor allem davon abhängen, wie viele Rückkehrer und Nachkommen kroatischer Auswanderer sich dauerhaft in Kroatien niederlassen.

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