Die Stimme Kroatiens

20:00 / 21.01.2026.

Autor: Tonči Petrić

Plenković: Solidarität mit Dänemark – Einheit des Westens entscheidend

Andrej Plenković
Andrej Plenković
Foto: HTV / HRT

Der kroatische Premierminister Andrej Plenković äußerte sich zur Rede von US-Präsident Donald Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

Premierminister Plenković, der in Davos auf die Rede von Präsident Trump einging, erklärte, dass man nach dem heutigen Auftritt des US-Präsidenten dennoch mehr wisse als noch am Vortag. Er fügte hinzu, europäische Politiker hätten teilweise erleichtert aufgeatmet, da Trump in seiner Rede keine neuen Zölle gegen Länder erwähnt habe, die Dänemark und Grönland unterstützen.


Trump positioniert sich als Friedensstifter


Der Premierminister hob insbesondere Trumps Aussagen zu den internationalen Beziehungen hervor, die er als interessant und für europäische Entscheidungsträger wichtig bezeichnete. Nach Einschätzung Plenkovićs möchte sich Trump klar als Präsident und Friedensstifter präsentieren, mit dem Schwerpunkt auf der Beendigung von Kriegen und Konflikten – insbesondere der russischen Aggression gegen die Ukraine.


Plenković betonte, dass Trump keine weiteren Opfer wolle und über hohe menschliche Verluste auf beiden Seiten gesprochen habe, sowohl auf russischer als auch auf ukrainischer Seite. Ziel sei es, so der Premier, den Krieg zu stoppen und einen Friedensprozess durch Gespräche mit Moskau und Kiew in Gang zu setzen, wobei Trump keine eigene Verantwortung für den Ausbruch des Konflikts sehe.


Grönland: Kauf, aber ohne militärische Gewalt


Eines der zentralen Themen von Trumps Rede war auch die Idee Grönlands, die in den vergangenen Tagen die Beziehungen zwischen den USA und Europa zusätzlich belastet hat. Plenković betonte, dass Trump ausführlich die strategische und sicherheitspolitische Bedeutung Grönlands, der Arktis sowie des weiteren geopolitischen Umfelds dargelegt habe, einschließlich der Beziehungen zu China.


Die zentrale Botschaft sei laut Plenković, dass Trump Grönland von Dänemark kaufen wolle und darauf bestehe. Gleichzeitig habe er jedoch erklärt, keine Gewalt anzuwenden, sollte es zu keiner Einigung kommen. Der Premierminister sieht darin den wichtigsten Teil von Trumps Botschaft: den Verzicht auf eine militärische Option, aber zugleich eine klare Warnung, aber zugleich den klaren Hinweis, dass eine ablehnende Haltung nicht folgenlos bleiben werde.


Ein Mandat geprägt von der Lösung „großer Fragen“


Plenković schloss, dass es offensichtlich sei, dass Trump während seiner Amtszeit eine Reihe großer globaler Fragen lösen wolle, die früheren US-Präsidenten nicht gelungen seien. All dies betrachte Trump, so Plenković, ausschließlich durch die Brille der amerikanischen nationalen Sicherheit – ein Ansatz, der die Beziehungen zwischen den USA und Europa auch weiterhin stark prägen werde.


NATO, USA und EU: Bündnis unter Druck, aber ohne Alternative


In Bezug auf die Beziehungen zwischen der NATO und den Vereinigten Staaten erklärte Premierminister Plenković, dass Donald Trump bereits früher sehr kritisch gegenüber der Finanzierung des Bündnisses gewesen sei. Trump sehe sich weiterhin als Präsident, der die ungleiche Lastenverteilung innerhalb der NATO thematisiert, auf höhere Verteidigungsausgaben gedrängt und stärkere Verpflichtungen der Mitgliedstaaten eingefordert habe.


Plenković betonte, dass Trump trotz seines kritischen Tons die Existenz der NATO nicht infrage stelle, sondern sie als starkes Bündnis betrachte, das finanziell und militärisch effizienter werden müsse. Gerade in dieser Kombination aus politischem Charisma und der Betonung von Machtverhältnissen sieht der Premierminister den Schlüssel zum Verständnis der aktuellen US-Außenpolitik.


Europa muss besonnen und geschlossen reagieren


Der Premierminister warnte, dass die Beziehungen zwischen den USA und der Europäischen Union nichts Gutes bringen können, wenn sie auf Drohungen, Gegenmaßnahmen und handelspolitische Vergeltungen reduziert werden. Ein solcher Ansatz, so Plenković, schwächt das westliche Bündnis gerade in einer Zeit, in der die Welt bereits mit zahlreichen offenen Krisen und sicherheitspolitischen Herausforderungen konfrontiert sei.


Plenković betonte, dass diese Themen zeitnah unter den europäischen Staats- und Regierungschefs in Brüssel diskutiert werden, wo ein gemeinsamer europäischer Kurs besprochen werden soll – insbesondere im Hinblick auf Grönland, Sicherheitspolitik und die künftigen Beziehungen zu Washington.


Als Land mit starker historischer Erfahrung in der Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten verstehe Kroatien die Bedeutung der transatlantischen Partnerschaft. Deshalb, so Plenković, solidarisiere sich Kroatien mit Dänemark in Bezug auf die Achtung der territorialen Integrität, setze sich aber gleichzeitig für den Erhalt des Bündnisses und des Dialogs innerhalb des Westens ein.


Quelle: HRT

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