Der Grossbrand zwischen Blato und Smokvica auf der Insel Korčula ist unter Kontrolle. Entwarnung geben die Einsatzkräfte jedoch nicht: Aufgrund des weitläufigen und schwer zugänglichen Geländes bleiben Feuerwehr und Löschflugzeuge weiterhin im Einsatz. Gleichzeitig mussten Teile der Einsatzkräfte bereits zu mehreren neuen Bränden auf die Insel Mljet verlegt werden.
Das Feuer brach am Samstagnachmittag nach einem Blitzeinschlag aus und entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einer mehrere Kilometer langen Feuerfront. Nach ersten Schätzungen wurden zwischen 800 und 900 Hektaren dichter Pinienwald zerstört.
«Ein derart rasches Ausbreiten des Feuers habe ich in meiner Laufbahn noch nie erlebt», sagte Ivo Pecotić, Kommandant der Feuerwehr von Smokvica. Ursprünglich seien zwei getrennte Brände innerhalb von nur einer halben Stunde zu einer grossen Feuerfront verschmolzen.
Unterstützung erhielten die örtlichen Einsatzkräfte von Feuerwehren aus dem gesamten Land. Auch Einheiten aus dem kroatischen Inland beteiligten sich an den Löscharbeiten. Die schwierigen Bedingungen mit steilen Felsen, dichtem Wald und unwegsamem Gelände stellten selbst erfahrene Feuerwehrleute vor grosse Herausforderungen.
Während die Lage auf Korčula stabilisiert werden konnte, brachen am Sonntag mehrere neue Brände aus. Drei Feuer auf der Insel Mljet sowie ein weiterer Brand bei Žrnovo konnten dank des schnellen Eingreifens der Einsatzkräfte rasch unter Kontrolle gebracht werden.
Nach Angaben der Feuerwehr wurden auch diese Brände höchstwahrscheinlich durch Blitzeinschläge ausgelöst.
"Sobald der Wind auffrischt, beginnen Glutnester wieder zu rauchen und das Feuer kann sich erneut ausbreiten. Bisher gelingt es uns jedoch, die Lage gut unter Kontrolle zu halten", erklärte Nikša Miletić, Kommandant der Interventionsfeuerwehr Dubrovnik.
Ein Air Tractor bekämpfte am Sonntag verbliebene Glutnester aus der Luft. Als der Wind zunahm, wurden zusätzlich zwei Canadair-Löschflugzeuge angefordert.
Die Feuerwehr rechnet damit, dass das Brandgebiet noch mehrere Tage überwacht werden muss. Erst wenn sämtliche Glutnester gelöscht sind, kann das Feuer endgültig als gelöscht erklärt und das gesamte Ausmass der Schäden erfasst werden.
Angesichts der anhaltenden Hitze und der trockenen Vegetation warnen die Behörden weiterhin vor einer hohen Waldbrandgefahr. Verkehrsteilnehmer werden insbesondere auf der Strasse zwischen Blato und Smokvica zu besonderer Vorsicht aufgerufen, da dort nach wie vor zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge im Einsatz sind.
Die Einsatzkräfte appellieren ausserdem an die Bevölkerung, Rauchentwicklungen oder neue Brände umgehend den Feuerwehr- und Rettungsdiensten zu melden.