Die Stimme Kroatiens

13:39 / 06.03.2026.

Autor: Antunela Rajič

Von Spezialeinheiten zu baranischen Delikatessen

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Foto: - / HRT

In Kroatien sind heute rund 280 Veteranengenossenschaften aktiv. Ihr gemeinsames Ziel ist es, Kriegsveteranen dabei zu unterstützen, sich stärker in das gesellschaftliche Leben zu integrieren. Eine von ihnen ist die sozial-arbeitsbezogene Veteranengenossenschaft „Baranjac“ aus Beli Manastir, die trotz ihres erst zweijährigen Bestehens bereits beachtliche Ergebnisse in der Produktion traditioneller Fleischspezialitäten erzielt hat.


Viele der Mitglieder waren einst Angehörige von Spezialeinheiten – heute produzieren sie baranische Delikatessen, denen kaum jemand widerstehen kann. Mindestens ebenso wichtig ist jedoch die Gemeinschaft, die dabei entstanden ist.


„Das ist eine Art Therapie“, sagt Damir Prpić aus Beli Manastir. „Man sieht, dass man etwas schafft, fühlt sich besser und freut sich darauf, wenn der Leiter anruft. Wir treffen uns hier, arbeiten zusammen – und es wird immer auch etwas gekocht.“


In der kleinen Produktionsstätte entstehen zahlreiche traditionelle Fleischprodukte, die für ihren Geschmack und ihr Aroma bekannt sind. Ein Teil der Veteranen hält dafür sogar Mangalica-Schweine, eine alte ungarische Rasse.


„Wir haben einige unserer Veteranen ermutigt, Mangalica-Schweine zu halten, und sie sind sehr zufrieden damit“, erklärt Branko Radonjić, Leiter der Genossenschaft „Baranjac“. „Wir kaufen das Fleisch von ihnen auf. Wegen der Schweinepest in Baranja mussten wir einen Teil der Produktion vorübergehend nach Ungarn verlagern.“


Mit ihren Spezialitäten verbinden die Mitglieder symbolisch das „grüne“ Binnenland und das „blaue“ Kroatien an der Adriaküste. Ihre Produkte werden inzwischen auch an der Küste angeboten – etwa in Zadar.


„Beim ersten Besuch waren die Leute noch etwas skeptisch“, erinnert sich Josip Kamenar aus Duboševica. „Doch beim zweiten Mal, nachdem sie unsere Produkte probiert hatten, waren sie begeistert.“


Neben der Lebensmittelproduktion helfen sich die Veteranen auch gegenseitig bei landwirtschaftlichen Arbeiten. So trafen sie sich kürzlich, um gemeinsam einen Weinberg zu schneiden.


„Wir sind bei einem befreundeten Veteranen zusammengekommen, um ihm beim Rebschnitt zu helfen. Jetzt ist die richtige Zeit dafür und das Wetter spielt mit“, erklärt Stipe Golubov.


Für viele der Beteiligten ist diese Zusammenarbeit mehr als nur Arbeit. „Die meisten von uns haben den Krieg erlebt. Dieses Zusammensein hilft uns, die Vergangenheit ein Stück weit hinter uns zu lassen“, sagt Zlatko Begonja. „Wir schauen nach vorne – und das gibt uns Kraft.“


 Für ihr Engagement haben die Mitglieder bereits mehrere Anerkennungen erhalten. Gleichzeitig wünschen sie sich, dass künftig auch jüngere Menschen Teil dieser Geschichte werden.


Denn, so sagen sie, nur wenn neue Generationen mitmachen, kann das, was sie aufgebaut haben, weitergeführt werden – und damit auch eine Zukunft entstehen, die auf Zusammenarbeit, Erfahrung und Gemeinschaft beruht.


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