Die Stimme Kroatiens

18:22 / 22.03.2026.

Autor: Tonči Petrić

Sechs Jahre nach dem Erdbeben in Zagreb

Die Folgen des Zagreber Erdbebens in der Đorđićeva-Straße
Posljedice zagrebačkog potresa u Đorđićevoj ulici
Foto: Emica Elvedji / PIXSELL

An einem kühlen Morgen, dem 22. März 2020, weckte ein heftiges Erdbeben die Bewohner Zagrebs auf. Ein Beben der Stärke 5, 5 auf der Richterskala mit dem Epizentrum im sieben Kilometer entfernten Markuševec erschütterte Zagreb um 6:24. 

Es folgten Nachbeben geringerer Intensität, darunter eines der Stärke 5,0 auf der Richterskala eine halbe Stunde nach dem Hauptbeben. Das stärkste Erdbeben, dass die kroatische Hauptstadt seit 1880 getroffen hat und besonders das Stadtzentrum hart traf, Wohnhäuser, Museen, kulturelle Einrichtungen und Sakralbauten beschädigte. 


27 Personen wurden verletzt und ein Mensch kam ums Leben. Aufnahmen des Bebens gingen um die Welt. Die verängstigten Einwohner, die auf Straßen und in Parks Schutz suchten, konnten die schwer beschädigte Stadt in Angst und Unglauben beobachten. Viele von ihnen verloren in nur wenigen Sekunden alles, was sie ihr ganzes Leben lang aufgebaut hatten. Besonders erschütternd war die Verlegung der Neugeborenen aus dem schwer beschädigten Krankenhaus in der Petrova-Straße. 


Als wäre das nicht genug, ereignete sich das Erdbeben in Zagreb mitten in der Corona-Pandemie und den Beschränkungen zur Eindämmung der Ausbreitung.


Unmittelbar nach dem ersten Beben wurden alle Rettungskräfte zur Hilfe für die Betroffenen aktiviert: die Feuerwehr, die kroatischen Streitkräfte, die Polizei, der Bergrettungsdienst, Mitarbeiter des Roten Kreuzes und zahlreiche Freiwillige. Zahlreiche Länder und internationale Organisationen boten ihre Hilfe an. Das Ausmaß der Schäden wird noch Wochen nach dem katastrophalen Erdbeben geschätzt werden und die verwüsteten städtischen Wohn- und Geschäftsräume offenbaren. 


Das endgültige Fazit des Zagreber Erdbebens: mehrere zehntausend beschädigte Gebäude und eine große Zahl von Bürgern, die dauerhaft oder vorübergehend ihr Dach über dem Kopf verloren haben. Der Schaden wurde auf 86 Milliarden Kuna geschätzt. 


Im Vergleich wirkte das Zagreber Erdbeben relativ schwach zu dem verheerenden Erdbeben, das nur zehn Monate später in der nahegelegenen Region Banovina eine Katastrophe auslösen und mit größeren Verlusten an Menschenleben die Städte Petrinja, Glina und Sisak verwüsten würde.

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