Mit der Eröffnung der Ausstellung „Nostalgie des Lichts“ des bedeutenden kroatischen Grafikers und Künstlers Virgilije Nevjestić wurde heute in der Hrvatska matica iseljenika feierlich die „Woche der Kroaten außerhalb der Republik Kroatien“ eröffnet. Die neue nationale Veranstaltungsreihe soll die kulturellen Verbindungen zwischen der Heimat und den im Ausland lebenden Kroaten stärken und das gemeinsame Zugehörigkeitsgefühl fördern.
Der kroatische Premierminister Andrej Plenković betonte bei der Eröffnung die besondere Bedeutung dieser Woche, die zeitgleich mit wichtigen nationalen Jubiläen wie dem Staatsfeiertag, dem Tag der kroatischen Armee sowie den Jahrestagen der Gründung der Nationalgarde und des Beitritts Kroatiens zu den Vereinten Nationen stattfindet.
Dabei erinnerte er an die entscheidende Rolle der kroatischen Diaspora während des Unabhängigkeitskrieges und im Kampf um die internationale Anerkennung Kroatiens. Der Beitrag der Auswanderer sei, so Plenković, „von unschätzbarem Wert“ gewesen.
Zugleich hob der Premier hervor, dass Kroaten im Ausland auch heute weltweit erfolgreich und einflussreich seien und durch Investitionen, Rückkehrprojekte sowie die internationale Förderung Kroatiens zur Entwicklung des Landes beitrügen.
„Wir alle sind ein Team Kroatien“, erklärte Plenković und unterstrich die Bedeutung des Zusammenhalts zwischen Heimat und Diaspora.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Ausstellung über Virgilije Nevjestić, dessen Werk beispielhaft die Verbindung kroatischer Identität mit dem europäischen Kulturraum widerspiegelt. Der Künstler verbrachte einen großen Teil seines Lebens in Paris, blieb seiner Heimat jedoch stets eng verbunden. Die französische Kunstkritik zählt ihn zu den bedeutendsten Grafikern des 20. Jahrhunderts.
Die Vorsitzende des parlamentarischen Ausschusses für Kroaten außerhalb Kroatiens, Zdravka Bušić, zeigte sich überzeugt, dass die neue Veranstaltungsreihe langfristig wichtige Impulse für die Zusammenarbeit mit der Diaspora setzen werde.
Auch Staatssekretär Zvonko Milas betonte, dass das kroatische Volk nicht an den Staatsgrenzen ende. Kroatische Identität lebe überall dort, wo Kroaten ihre Sprache, Kultur, Tradition und Liebe zur Heimat bewahrten.
Besondere Aufmerksamkeit galt zudem der Lage der Kroaten in Bosnien und Herzegowina. Dieses Thema betreffe, so Milas, nicht „jemand anderen“, sondern sei ein wesentlicher Teil der eigenen Geschichte und Identität des kroatischen Volkes.
Die Ausstellung zeigt Werke aus den wichtigsten Schaffensphasen Nevjestićs – von frühen Arbeiten aus den späten 1960er-Jahren über farbintensive Aquatinta-Grafiken der 1970er bis hin zu seinen monumentalen Spätwerken.
Die Ausstellung „Nostalgie des Lichts“ steht zugleich symbolisch für das 75-jährige Bestehen der Hrvatska matica iseljenika – jener Institution, die seit Jahrzehnten die Verbindung zwischen Kroatien und seinen Auswanderern pflegt.