Der Zagreber Erzbischof Monsignore Dražen Kutleša hat am Karsamstag seine Osterbotschaft veröffentlicht. Darin betonte er, Ostern sei das Fest des Sieges des Lebens über den Tod, des Lichts über die Dunkelheit und der Hoffnung über die Verzweiflung. Der auferstandene Christus bringe den Frieden, den Kroatien, Europa und die ganze Welt dringend benötigten.
«Er ist nicht nur gekommen, um die Welt zu beruhigen, sondern um die Sünde und den Tod zu besiegen – die Wurzel jeder Unruhe. Der Frieden, den der auferstandene Christus bringt, ist deshalb nicht nur ein Gruss oder ein Wunsch, sondern ein Geschenk des göttlichen Sieges über alles, was den Menschen zerstört. Dieses Geschenk brauchen heute alle: Kroatien, Europa und die ganze Welt», erklärte Kutleša.
Er betonte weiter, dass Jesus seinen Frieden sogar jenen schenken wollte, die ihn gekreuzigt und verleugnet hatten. Empfangen könnten ihn jedoch nur jene, «die ihr Herz öffnen, die bereit sind, die Spirale des Hasses zu stoppen und einen Neuanfang zu wagen».
Als grösste Illusion unserer Zeit bezeichnete Kutleša das Streben nach Frieden ohne Gott. Die Welt bleibe unruhig, weil ohne Gott die Ursache des Krieges – die Sünde im Herzen des Menschen – nicht verschwinde.
«Der wahre Frieden entsteht im göttlichen Gesetz und in einem Gewissen, das sich nicht verkaufen lässt», sagte der Erzbischof.
Kutleša erinnerte zudem daran, dass das kroatische Volk wisse, was Krieg bedeute – Flüchtlingskolonnen, zerstörte Häuser, Tote und Vermisste.
«Gerade deshalb sind wir aufgerufen, den Frieden als grösstes Gut zu schätzen und zugleich eine Stimme des Gewissens in Europa und der Welt zu sein. In unserem Volk gibt es viele stille Friedensstifter – Menschen, die beten, vergeben und im Verborgenen Gutes tun. Sie sind die Stärke unserer Zukunft», sagte Kutleša.
Er rief Gläubige, Suchende, junge und ältere Menschen, Politiker sowie Vertreter aus Wissenschaft und Kultur dazu auf, im anderen den Menschen zu sehen und nicht den Gegner. Familien sollten Orte des Friedens, der Versöhnung und der Vergebung sein.
«Unsere Kinder sollen lernen, dass jeder Mensch ein Bruder oder eine Schwester ist – unabhängig von Nation, Religion, Partei oder Weltanschauung. Die Kirche soll ein Zuhause bleiben für alle Bedrohten und Vertriebenen, für alle Leidenden, unabhängig davon, wer sie sind oder woher sie kommen», so Kutleša.
Wahrer Frieden sei keine Schwäche, sondern verlange Mut: begangenes Unrecht einzugestehen, um Vergebung zu bitten und die Spirale des Hasses zu durchbrechen. Zu einem solchen Frieden gelange man durch den Glauben an Christus und durch das Leben nach den Geboten Gottes im Alltag.
«Möge dieses Osterfest der Beginn neuen Vertrauens, neuen Mutes zum Guten und neuen Glaubens an die Kraft der Liebe sein. Christus ist nicht im Grab geblieben. Er lebt. Deshalb hat das Böse nicht das letzte Wort. Nicht der Tod und nicht der Hass. Das letzte Wort hat der Auferstandene – Christus, unser Frieden, unsere Hoffnung und unser Sieg», schloss der Zagreber Erzbischof und wünschte allen ein gesegnetes Osterfest.