Die Stimme Kroatiens

19:48 / 19.11.2021.

Autor: Natali Tabak Gregorić

Dreißigster Jahrestag des schrecklichen Menschenleidens im Vukovarar Stadtteil Borovo Naselje

Gedenken an die Opfer von Borovo Naselje
Sjećanje na žrtvu Borova naselja
Foto: Marko Mrkonjic / PIXSELL

853 Menschen werden in Kroatien immer noch vermisst.

Heute wurde der Dreißigste Jahrestag des schrecklichen Menschenleidens in Vukovarar Stadtteil Borovo Naselje, während des kroatischen Unabhängigkeitskrieges begangen.


Mit einer Gedenkveranstaltung vor dem zerstörten Unternehmen Borovo Commerc, das 1991 als Krankenhaus und Unterschlupf diente, wurde an die Besetzung von Borovo Naselje und das Leiden der einheimischen Bevölkerung dieses Stadtteils gedacht. Zum Zeitpunkt der Besetzung befanden sich etwa Tausend Zivilisten und Verwundete in diesem Unternehmen. Serbische Freischärler und Mitglieder der JNA drangen in das Gebäude ein und entführten 115 Verteidiger und Zivilisten, die sie dann folterten und schließlich töteten.


Auch wurde im Dorf Borovo Selo allen Kriegsopfern Tribut gezollt. Es wird geschätzt, dass am dortigen Donauufer etwa hundert Menschen ermordet und in den Fluss geworfen wurden. Kerzen wurden auch im Ort Lovas angezündet, wo bisher aus einem Massengrab 24 Leichen exhumiert wurden.


Ljiljana Alvir, die Vorsitzende des Verbandes der inhaftierten und vermissten kroatischen Verteidiger, sagte Medien gegenüber: "853 Menschen werden in Kroatien immer noch vermisst, darunter Menschen, von denen wir wissen, dass sie getötet wurden, aber ihre Überreste nicht gefunden wurden. Was die Region Vukovar betrifft, gibt es hier 386 Familien, die noch immer kein Grab für die sterblichen Überreste ihrer Allerliebsten haben."


Einen Kranz legten in Borovo Naselje auch Mitglieder der Belgrader Nichtregierungsorganisation "Frauen in Schwarz" nieder. Sie sagten, dass das Ausmaß der Leugnung und Ignoranz der Tragödie von Vukovar in Serbien besorgniserregend sei.


Die Vorsitzende der NGO Staša Zajović betonte: "Die Zerstörung von Vukovar wurde vor dem Haager Tribunal nicht als Kriegsverbrechen eingestuft. Aber unabhängig davon sind wir der Meinung, dass Vukovar zu einem Symbol für die grausame, barbarische Zerstörung von Städten geworden ist. Es ist notwendig, ständig darüber zu sprechen. Und für viele von uns ist Vukovar eine sehr, sehr wichtige Stadt."


Auch in Nadin erinnerte man sich heute an die Schrecken des Krieges. Am Tag nach der Besetzung Škabrnjas verübte der serbische Aggressor auch im benachbarten Nadin schwere Verbrechen. 14 Einheimische und fünf Verteidiger verloren ihr Leben.




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