Am Donnerstag haben Kroatien und Italien im Rahmen eines MED9-Gipfels in Rom die „Koalition für den Zugang zu Düngemitteln und Ernährungssicherheit in der Straße von Hormus“ gegründet.
14:21 / 08.05.2026.
Autor: Tonči Petrić

Autor:
Tonči Petrić
Veröffentlicht:
08. Mai 2026, 14:21
Am Donnerstag haben Kroatien und Italien im Rahmen eines MED9-Gipfels in Rom die „Koalition für den Zugang zu Düngemitteln und Ernährungssicherheit in der Straße von Hormus“ gegründet.
"Die Lage im Nahen Osten sei keine entfernte Krise oder nur ein regionales Problem, sondern ein bedeutender geopolitischer Schock für Europa, der zunehmend unsere Stabilität, unsere wirtschaftliche Sicherheit und das Leben unserer Bevölkerung bedrohe", sagte der kroatische Außen- und Europaminister Gordan Grlić Radman bei einem Gipfeltreffen der MED9-Gruppe – einer Allianz europäischer Mittelmeerländer, der Kroatien seit April dieses Jahres vorsitzt.
Das Gipfeltreffen, das gemeinsam mit seinem italienischen Amtskollegen Antonio Tajani organisiert wurde, brachte Vertreter aus 40 Ländern zusammen: die Arabische Liga, der Golf-Kooperationsrat (GCC) sowie die Westbalkanstaaten, ebenso wie Vertreter der Vereinten Nationen und ihrer Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO).
Der Nahe Osten ist wichtig bei der Düngemittelproduktion. Ein großer Teil des weltweiten Handels mit diesem wichtigen landwirtschaftlichen Rohstoff verläuft durch die Straße von Hormus, die derzeit aufgrund eines US-israelischen Angriffs auf den Iran blockiert ist.
Der kroatische Außenminister betonte, dass die Blockade der Meerenge bereits die Düngemittelpreise in die Höhe treibe, zu Engpässen führe und die Produktion gefährde: „Dies ist nicht nur eine wirtschaftliche Frage, sondern auch eine Frage der politischen Stabilität in unserer weiteren Nachbarschaft, aber auch in Europa selbst“, betonte Grlić Radman.
In ihrer gemeinsamen Erklärung verpflichteten sich die Teilnehmer des Gipfeltreffens, bei dem die Rom-Koalition gegründet wurde, zu stabileren, kostengünstigeren und stärker diversifizierten Lieferketten für Düngemittel und Lebensmittel. Sie verwiesen dabei insbesondere auf die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen Produktions-, Transit- und Importstaaten, des Ausbaus regionaler Produktionskapazitäten, einer verbesserten logistischen Vernetzung sowie gezielter Investitionen in widerstandsfähige Agrar- und Ernährungssysteme.
Zugleich bekräftigten sie ihr gemeinsames Verständnis des Mittelmeerraums als Raum des Friedens, des Dialogs und der Zusammenarbeit. Darüber hinaus unterstrichen sie, dass die Koalition dazu beitragen solle, zu verhindern, dass Ernährungsunsicherheit und Störungen in den Lieferketten bestehende Instabilitäten, humanitäre Belastungen und Migrationsbewegungen weiter verschärfen.
Die Gruppe der EU-Südstaaten (auch EuroMed 9 genannt) bestehen aus acht Mittelmeeranrainerstaaten der Europäischen Union sowie Portugal. Die Regierungs- und Staatschefs von Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Malta, Portugal, Slowenien, Spanien und Zypern treffen sich regelmäßig, um nach einer „neuen Vision für den Kontinent zu suchen. Das Akronym EuroMed 9 setzt sich aus den Begriffen Europa und Mediterraneum und der Anzahl der Mitgliedstaaten zusammen.
Quelle: HRT
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