Die Stimme Kroatiens

16:32 / 08.02.2025.

Autor: Martina Perković

Bürger boykottieren Konzum – doch der Einkauf geht weiter

Bojkot trgovina i tržnica u Zadru
Bojkot trgovina i tržnica u Zadru
Foto: Vladimir Šetka / HR/HRT

In Kroatien hat der angekündigte einwöchige Boykott der Supermarktkette Konzum begonnen. Die Initiative „Halo, inspektore“ hatte diese Aktion ins Leben gerufen, um auf die hohen Preise aufmerksam zu machen. Trotz breiter Unterstützung für den Boykott konnten am dritten eintägigen Boykott-Tag viele Kunden nicht auf ihren Einkauf verzichten.

Ab heute startet eine neue Phase der Protestaktion: Die Initiative schlägt vor, dass jede Woche eine andere Supermarktkette boykottiert wird. Konzum ist der erste Händler auf der Liste, dessen Boykott nun für sieben Tage gelten soll. Obwohl viele Bürger die Idee befürworten und ein Zeichen setzen wollen, kaufen dennoch weiterhin viele in den betroffenen Filialen ein. Dies berichtete Silvana Skočajić in der Mittagsnachrichtensendung live vor einer Konzum-Filiale in Zagreb.


Unterdessen zeigen aktuelle Daten der Steuerbehörde, dass der generelle Freitagsboykott von Supermärkten allmählich an Wirkung verliert.


Steuerdaten belegen gemischte Auswirkungen


Die Steuerbehörde veröffentlichte Vergleichsdaten zur registrierten Konsumausgabe an Boykott-Tagen – dem 7. Februar, 31. Januar und 24. Januar 2025 – sowie am 17. Januar, als kein Boykott stattfand. Die Daten umfassen alle Wirtschaftszweige, wobei der Einzelhandel (ohne Fahrzeug- und Motorradhandel) gesondert betrachtet wurde.


Gesamtausgaben in allen Wirtschaftsbereichen


Am Freitag, dem 7. Februar 2025, dem jüngsten Boykott-Tag, lag die Anzahl der ausgestellten Kassenbons um 16 % höher als am 31. Januar (ebenfalls ein Boykott-Tag), während der Gesamtumsatz um 18 % stieg. Im Vergleich zum 24. Januar stieg die Anzahl der Kassenbons um 29 %, die Umsätze sogar um 35 %. Allerdings zeigen die Zahlen gegenüber dem 17. Januar – als kein Boykott stattfand – einen Rückgang um 9 % bei den Kassenbons und um 13 % bei den Umsätzen.


Ausgaben im Einzelhandelssektor


Im Einzelhandel war am 7. Februar ein Anstieg von 26 % bei den Kassenbons im Vergleich zum 31. Januar zu verzeichnen, während die Umsätze um 40 % zulegten. Verglichen mit dem 24. Januar lag der Anstieg sogar bei 51 % bzw. 66 %. Dennoch blieben die Zahlen im Vergleich zum 17. Januar niedriger: Die Anzahl der Kassenbons sank um 15 %, die Umsätze um 21 %.


Diese Daten zeigen, dass der Umsatz an Boykott-Tagen insgesamt niedriger ist als in Wochen ohne Boykott, allerdings in bestimmten Sektoren dennoch ein Anstieg im Vergleich zu früheren Boykott-Tagen verzeichnet wurde.

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