Plehan bei Derventa ist eines der kroatischen Gebiete, die während des Kroatischen Unabhängigkeitskrieges am schwersten getroffen wurden. Dort lebten laut Kirchenangaben vor dem Krieg auf dem Gebiet der Pfarrei Plehan etwa achttausend Kroaten. Heute wohnen dort nur noch etwa hundert dauerhaft. Viele, die innerhalb Kroatiens und weltweit vertrieben wurden, träumen von der Rückkehr in ihre Heimat. Einige haben sich diesen Traum erfüllt.
Nach dreiunddreißig Jahren in der Schweiz konnte die Familie Ćorić die Sehnsucht nach der Heimat nicht mehr ertragen:
„Ich hatte schreckliche Sehnsucht nach meinem Heimatort; ich wollte immer nach Hause... Jedes Jahr habe ich meiner Frau gesagt: „Lass uns gehen, lass uns zurückkehren, ich kann nicht mehr, es reicht, ich muss zurück, ich will zu Hause sein, ich brauche kein Geld, ich brauche nichts“, erzählte uns Šimo Ćorić.
Mit seiner Frau Ankica hat Šimo nach dem Leben im Ausland das Elternhaus renoviert. Sie haben vier Kinder, die noch in der Schweiz sind.
Ankica hat ihren medizinischen Beruf gegen Landwirtschaft und Viehzucht eingetauscht:
Am Anfang war es für die Familie nicht einfach. Während des Krieges wurde alles zerstört oder schwer beschädigt. Plehan teilt das Schicksal zahlreicher kroatischer Gebiete in der Republika Srpska, in die es vornehmlich aus politischen Gründen keine Rückkehr gibt. Die wenigen, die dennoch zurückkehren, versuchen zu überleben, indem sie auf ihren Anwesen arbeiten, denn hier gibt es keine Arbeit.
Plehan bei Derventa ist eines der Gebiete in Bosnien und Herzegowina, aus denen Kroaten am stärksten vertriebenen wurden, doch bei vielen wird der Wunsch nach Rückkehr immer stärker:
„Die Menschen, besonders diejenigen, die jetzt in den Ruhestand gehen, sehen diesen Ort als einen Platz für ein schönes, angenehmes, entspanntes und freudvolles Leben“, betonte der Guardian des Franziskanerklosters in Plehan, Pater Ivan Nujić.
Auch die im Krieg stark beschädigte Kirche des Heiligen Markus-Evangelisten wird wiederhergestellt. Der Bau des Glockenturms ist im Gange, ein neues Kloster sowie ein Galerieraum mit einer großen Sammlung moderner bildender Kunst werden errichtet.
„Wir hoffen, dass uns Menschen guten Willens unterstützen werden und dass wir dieses Kapitel mit Gottes Hilfe bald abschließen können, erklärte Pater Nujić abschließend und fügt hinzu, dass die neuen Kirchenglocken und die Sehnsucht nach der Heimat vielleicht viele Kroaten aus Plehan bewegen könnten, in ihre Heimat zurückzukehren.
Autor: Ilko Barbarić/V.M./Dnevnik/HRT