In der Gespanschaft Osijek-Baranja wurden in den vergangenen zehn Jahren mehr als zwei Milliarden Euro investiert – mit sichtbaren Auswirkungen auf die unternehmerische Tätigkeit.
12:19 / 17.10.2026.
Autor: Glas Hrvatske
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Veröffentlicht:
17. Oktober 2026, 12:19
In der Gespanschaft Osijek-Baranja wurden in den vergangenen zehn Jahren mehr als zwei Milliarden Euro investiert – mit sichtbaren Auswirkungen auf die unternehmerische Tätigkeit.
„Immer mehr junge Menschen und Familien kehren nach Slawonien zurück, nachdem sie zuvor auf der Suche nach Arbeit und besseren Lebensbedingungen ins Ausland gegangen waren“, erklärte Nataša Tramišak in Brüssel während der Konferenz „Europäische Woche der Regionen und Städte“.
Kroatien verfügt über deutlich mehr Projekte, die für eine Kofinanzierung durch EU-Mittel infrage kommen, als finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Dies sei derzeit die größte Herausforderung, erklärte die Gespanin von Osijek-Baranja, Nataša Tramišak, in Brüssel während der Konferenz „Europäische Woche der Regionen und Städte“.
Tramišak, die von 2020 bis 2023 kroatische Ministerin für EU-Fonds war, stellte auf der Konferenz die Projekte der Gespanschaft Osijek-Baranja vor. Die Veranstaltung widmete sich der Kohäsionspolitik, mit der die Europäische Kommission die Unterschiede zwischen wohlhabenden und wirtschaftlich schwächeren Regionen der EU verringern will.
„In Kroatien gibt es in letzter Zeit deutlich mehr Projekte, als finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Ich denke, dass dies unsere größte Herausforderung ist“, sagte Tramišak in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Hina und Radio Rijeka im Anschluss an ihre Präsentation über die Auswirkungen der EU-Mittel auf die Entwicklung der Gespanschaft.
„Als wir Mitglied der EU wurden, sagten wir alle, dass wir Entwicklungsprojekte konzipieren und gute Ideen entwickeln müssten“, erklärte sie und erinnerte daran, dass Kroatien vor etwa zehn Jahren noch Infrastruktur in nahezu allen Bereichen gefehlt habe.
„Wir haben gelernt, wie man europäische Projekte ausarbeitet und umsetzt, welche Verfahren einzuhalten sind und wie öffentliche Ausschreibungen durchgeführt werden. Das alles war ein Lernprozess. Heute haben wir meiner Ansicht nach sehr viele Projekte und wissen, wie wir Mittel aus den Fonds abrufen können. Die größte Herausforderung besteht nun darin, wie viele Mittel überhaupt zur Verfügung stehen werden“, betonte Tramišak.
Kroatien habe im Förderzeitraum von 2014 bis 2020 sämtliche bereitgestellten Mittel abgerufen, fügte sie hinzu. Nun stehe das Land vor einer neuen Programmperiode mit großen Herausforderungen. Sie ist jedoch der Ansicht, dass Kroatien die Situation erfolgreich bewältigt und bereits Projekte im Wert von 90 Prozent der insgesamt 8,7 Milliarden Euro vertraglich vereinbart hat, die die Europäische Kommission dem Land aus den Kohäsionsfonds für den Zeitraum von 2021 bis 2027 bewilligt hat.
Die Europäische Kommission, deren Kommissar Raffaele Fitto in einer Woche nach Šibenik kommen wird, ist überzeugt, dass Kroatien auch diesmal sämtliche bereitgestellten Mittel ausschöpfen wird.
Die kroatische Verwaltung konzentriert sich inzwischen ausschließlich auf die Kohäsionspolitik, nachdem die Umsetzung des Nationalen Aufbau- und Resilienzplans (NPOO) am 31. August abgeschlossen wurde. Dabei handelte es sich um ein EU-Finanzierungsprogramm für Reformen und Investitionen, das als Reaktion auf die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie ins Leben gerufen worden war.
Tramišak wies außerdem darauf hin, dass in der Gespanschaft Osijek-Baranja in den vergangenen zehn Jahren mehr als zwei Milliarden Euro investiert worden seien. Die Auswirkungen seien am Wachstum der unternehmerischen Tätigkeit erkennbar.
In diesem Jahr wurden 1.300 neue Gewerbebetriebe gegründet. Insgesamt sind inzwischen mehr als 8.400 solcher Betriebe aktiv. Als wichtigen Impuls für die Entwicklung Slawoniens, der Baranja und Syrmiens betrachtet Tramišak auch die Gründung des Rates für Slawonien, Baranja und Syrmien. Dieses Gremium habe eine direkte Kommunikation zwischen den Gespanschaften und der kroatischen Regierung ermöglicht und die Abstimmung strategischer Projekte erleichtert.
„Immer mehr junge Menschen und Familien kehren nach Slawonien zurück, nachdem sie zuvor auf der Suche nach Arbeit und besseren Lebensbedingungen ins Ausland gegangen waren“, erklärte Tramišak.
„Im vergangenen Schuljahr wurden an den Schulen der Gespanschaft 168 Kinder von Rückkehrern eingeschrieben. Ein ähnlicher Trend setzt sich auch in diesem Jahr fort. Ermutigend ist zudem, dass in ländlichen Gebieten neue Häuser gebaut werden und neue Werte entstehen“, sagte die Gespanin.
Für die weitere Entwicklung werde es notwendig sein, die Unterstützung der Europäischen Union aufrechtzuerhalten. Als eine der wirtschaftlichen Herausforderungen nannte Tramišak die Tatsache, dass in der Gespanschaft Osijek-Baranja große Mengen Getreide produziert werden, während ausreichende Verarbeitungskapazitäten fehlen.
In der Gespanschaft werden jährlich rund 400.000 Tonnen Getreide erzeugt. Das entspricht etwa 35 bis 40 Prozent der gesamten kroatischen Getreideproduktion. Aus diesem Grund hat die Gespanschaft ein Förderprogramm mit einem Volumen von zwei Millionen Euro aus eigenen Mitteln aufgelegt. Ziel ist es, die Wiederbelebung von Mühlen zu fördern, ihre Verarbeitungskapazitäten auszubauen und den Anteil der inländischen Getreideverarbeitung zu erhöhen.
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