Ab dem 1. Januar 2025 wird die Pfandhöhe für Einweggetränkeverpackungen in Kroatien von sieben auf zehn Cent erhöht. Kroatien bleibt aber weiterhin das Schlusslicht der EU, was die Höhe des Pfands betrifft. Umweltorganisationen warnen, dass besonders schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen weiter marginalisiert werden, die vom Sammeln von Flaschen leben.
„Wir halten dies für eine verpasste Gelegenheit und sind überzeugt, dass wir mit diesem niedrigen Pfandbetrag, kaum das Ziel erreichen werden, bis zum Ende des Jahrzehnts 90 Prozent der geeigneten Verpackungen für das Recycling zu sammeln. Laut den Daten des Fonds für Umweltschutz und Energieeffizienz liegen wir derzeit unter 80 Prozent, je nach Material“, erklärte Ana-Marija Mileusnić von der Umweltorganisation Zelena akcija (Grüne Aktion).
Kroatien bleibt das Schlusslicht in der EU
Mileusnić fügte hinzu, dass die Regierung erkennen müsse, wie sehr sie den Händlern und Getränkeherstellern zugutegekommen ist: „Kein anderes Land in der EU hat eine niedrigere Pfandhöhe als Kroatien. So haben etwa die baltischen Staaten eine Pfandhöhe von 10 Cent wie Kroatien, die Slowakei hat 15 Cent, Deutschland 25 Cent und Finnland 40 Cent."
Sie bewertete diese Entscheidung im Hinblick auf die besonders schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen problematisch. Menschen, die vom Sammeln von Flaschen leben, werden weiter marginalisiert: "Im Jahr 2025, müsse man mehr Flaschen sammeln, um sich ein Brot leisten zu können, als im Jahr 2006, als das Pfandsystem in Kroatien eingeführt wurde."
Abgelehnter Vorschlag für ein Pfand von 15 Cent
Zelena akcija und andere Umweltschutzorganisationen forderten im Kampf um die Plastikverschmutzung eine Erhöhung des Pfands auf mindestens 15 Cent. Als Vorbild wird die Slowakei herangezogen, die in sozioökonomischer Hinsicht Kroatien ähnlich ist.
Sie weisen auch darauf hin, dass seit der Verordnung von 2023 die wirtschaftliche Lage sich erheblich verändert hat, was zu erheblichen Preiserhöhungen geführt hat. Daher sind die Umweltorganisationen der Ansicht, dass das Pfand nicht unter 15 Cent liegen sollte. Außerdem sollten die Gebühren je nach Material, Größe und Recyclingfähigkeit variieren, wie es im deutschen Pfandsystem der Fall ist, und bis zu 50 Cent betragen.
Mileusnić betont jedoch, dass das kroatische Ministerium für Umweltschutz und Grünen Wandel die Vorschläge der Umweltschutzorganisationen ablehnt, mit der Begründung, dass eine Erhöhung der Gebühr die Getränkepreise in den Geschäften weiter verteuern würde.
„Diese Begründung ist nicht nur falsch, sondern zeigt auch ein grundlegendes Unverständnis darüber, wie das Pfandsystem funktioniert. Das Pfand ist nämlich kein Bestandteil des Produktpreises, da das Pfand dem Verbraucher vollständig zurückerstattet wird, wenn es an den Leerzurücknahme-Automaten zurückgebracht wird“, erklärte Mileusnić.