Mit einer Gedenkfeier auf dem Mirogoj-Friedhof in Zagreb würdigte Kroatien heute die Opfer der Bleiburger Tragödie und des sogenannten „Kreuzwegs des kroatischen Volkes“.
13:19 / 16.05.2026.
Autor: Antunela Rajič
Autor:
Antunela Rajič
Veröffentlicht:
16. Mai 2026, 13:19
Mit einer Gedenkfeier auf dem Mirogoj-Friedhof in Zagreb würdigte Kroatien heute die Opfer der Bleiburger Tragödie und des sogenannten „Kreuzwegs des kroatischen Volkes“.
Die staatlichen Delegationen legten Kränze nieder und entzündeten Kerzen beim zentralen Kreuz.
Angeführt wurde die Regierungsdelegation vom stellvertretenden Ministerpräsidenten und Veteranenminister Tomo Medved. Ebenfalls anwesend waren Aussenminister Gordan Grlić Radman, Kulturministerin Nina Obuljen Koržinek sowie Demografieminister Ivan Šipić. Kränze wurden auch von den Vertretern des Ehrenbleiburger Zuges („Počasni bleiburški vod“) niedergelegt. Organisiert wird die Gedenkfeier vom Ehrenbleiburger Zug („Počasni bleiburški vod“), während die Kroatische Bischofskonferenz den liturgischen Teil mitgestaltet. Schirmherr der Veranstaltung ist das kroatische Parlament. Mitgetragen wird das Gedenken zudem vom Kroatischen Nationalrat von Bosnien und Herzegowina.
Der kroatische Militärbischof Jure Bogdan sprach das Gebet aus, während Mersad Kreštić, stellvertretender Hauptimam der Islamischen Gemeinschaft in Kroatien, ein islamisches Totengebet sprach.
Der Parlamentspräsident Gordan Jandroković betonte, dass bei der Gedenkfeier der Menschen gedacht werde, die nach dem Zweiten Weltkrieg „ohne Gerichtsverfahren und ohne Recht auf Verteidigung“ getötet worden seien.
„Sie wurden von den neugebildeten kommunistischen Behörden systematisch, organisiert und grausam ermordet“, erklärte Jandroković. Zugleich betonte er, Kroatien verurteile „die Verbrechen des Faschismus, Nationalsozialismus und Kommunismus gleichermassen“ und erinnere „mit besonderer Ehrfurcht an die Opfer aller drei Totalitarismen des 20. Jahrhunderts“.
Mit Blick auf das Verbot der traditionellen Gedenkveranstaltung im österreichischen Bleiburg erklärte Jandroković, dies sei eine Folge politischer Entscheidungen der österreichischen Behörden gewesen. Deshalb seien die zentralen Gedenkfeiern nach Kroatien, nach Mirogoj und Macelj, verlegt worden. Gleichzeitig betonte er, das Gedenken sei „kein Versuch einer Rehabilitation des Ustaša-Regimes oder des Unabhängigen Staates Kroatien (NDH)“, sondern diene dem Erinnern an Opfer ohne Gerichtsverfahren.
Der Vorsitzende der Partei Domovinski pokret, Ivan Penava, erklärte, Kommunismus müsse „genauso verurteilt werden wie Nationalsozialismus und Faschismus“. Geschichte müsse auf Grundlage historischer Forschung und nicht ideologischer Narrative bewertet werden.
Der Veteranenminister Tomo Medved verwies auf die verstärkten Bemühungen der kroatischen Regierung zur Aufarbeitung von Nachkriegsmassengräbern und zur Identifikation der Opfer. Kürzlich seien sterbliche Überreste von Opfern der Nachkriegsmärsche aus Slowenien nach Zagreb überführt worden, wo eine würdige Bestattung vorbereitet werde.
Nach Angaben Medveds gibt es in Kroatien und Slowenien mehr als 500 markierte Orte mit mutmasslichen Massengräbern. Die Untersuchungen und Exhumierungen würden fortgesetzt, unter anderem im Raum Zagreb, in Lika, Dalmatien sowie im slowenischen Crngrob bei Škofja Loka.
Der Ministerpräsident Andrej Plenković erklärte, Kroatien erinnere „mit tiefer Ehrfurcht“ an alle Opfer der Verbrechen nach dem Zweiten Weltkrieg. Die damaligen Ereignisse hätten tiefe Wunden in zahlreichen kroatischen Familien hinterlassen. Demokratisches Kroatien verurteile alle totalitären Regime und setze sich für historische Wahrheit, die Würde jedes Opfers und eine Erinnerungskultur ein, die auf Fakten und Respekt beruhe.
Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung in Zagreb wurde in der Kirche der Passion Jesu in Macelj ein Gottesdienst für die Opfer gefeiert. Die Messe zelebrierte Militärbischof Jure Bogdan.
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